Winter nicht in Sicht: Sturmtiefs bringen dem Kreis Uelzen Werte von 12 Grad

Frühlingsluft statt Frost

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Morgen setzt sich vorübergehend Frühlingsluft mit Werten bis zu 12 Grad im Kreis Uelzen durch. Auch für die kommenden Wochen sagen Meteorologen milde Temperaturen voraus.

Uelzen/Landkreis. Für die Wetterentwicklung der nächsten Tage müssen wir den Blick auf den Atlantik richten. Dort bilden sich in rascher Folge mächtige Orkantiefs, die sehr milde Luft herbeischaufeln.

Sie werden dem Kreis Uelzen mit ihren Sturm- und Niederschlagsfeldern bis zum Wochenende zusetzen und die Winterhochs weiter nach Osten abdrängen. Ein erstes Tief erreicht uns mit stürmischen Winden und etwas Regen am Freitag, ein weiteres am Sonntag.

Auf der Vorderseite des ersten Tiefs setzt sich morgen vorübergehend Frühlingsluft mit bis zu 12 Grad im Kreis Uelzen durch, die am Wochenende durch kühlere Atlantikluft wieder ersetzt wird. Mit Höchstwerten von 5 bis 8 Grad bleiben wir bis Mitte nächster Woche aber weiterhin auf der milden Seite und nur bei längerem Aufklaren besteht die Gefahr leichter Nachtfröste. Dazu ist es überwiegend trocken und zeitweise auch recht freundlich. Was danach passiert, ist noch unsicher. Wahrscheinlich legen die Temperaturen Richtung Monatsmitte eher wieder zu, als dass der Winter zurückkommt.

Trotz dieser vorfrühlingshaften Aussichten können wir Väterchen Frost noch nicht abschreiben. Denn in der zweiten Februarhälfte steht eigentlich noch der Kälterückfall des Spätwinters auf dem Programm, der nicht selten die niedrigsten Temperaturen des ganzen Winters bringt. Später müssen wir noch auf den „Märzwinter“ achten. Bekanntlich wuchs sich der März 2013 sogar zu einem veritablen Wintermonat aus, wofür es derzeit jedoch keine Anzeichen gibt. Das sehen auch die Langfristprognosen des US-Wetterdienstes so. Sie gehen für Deutschland von einem zwei bis drei Grad zu warmen Februar und einem ein bis zwei Grad zu milden März aus.

Der Rückblick: Nach einem zu warmen Dezember zeigte auch der Januar lange keinen Mut zur Kälte. Erst mit der dritten Januardekade kam die Wende. Dabei stieß an der Südflanke des Kältehochs „Benjamin“ über Skandinavien kontinentale Kaltluft aus Russland westwärts vor. Am 20. Januar erfasste diese mit Dauerfrösten unsere Region und bestimmte das Wetter bis zum Monatsende. Leichte Schneefälle sorgten in Uelzen an neun Tagen für eine geschlossene Schneedecke bis maximal vier Zentimeter. Ihren Höhepunkt erreichte die Kältewelle zwischen dem 24. und 26. Januar, als es nachts minus 10 bis minus 13 Grad kalt war und ein eisiger Ostwind die gefühlten Temperaturen noch deutlich tiefer in den Keller drücke. Am 25. Januar kam das Thermometer in Uelzen sogar über minus 10 Grad kaum hinaus. Damit war dies das niedrigste Temperaturmaximum in einem letzten Januardrittel seit 1956.

Von Reinhard Zakrzewski

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