Ein Frühaufsteher...

. . . ist er eigentlich nie gewesen. So lange wie möglich in den Federn liegen, bis zur letzten Minute sich nochmal und nochmal umdrehen und die Nase wieder ins Kissen bohren – so kannte sich Uhlenköper bislang.

Seit einiger Zeit stellt er fest, dass er morgens immer früher wach ist. Und anstatt die Augen wieder zu schließen, starrt er – von jetzt auf gleich putzmunter – an die Decke oder er blickt zum Fenster und spürt, wie ihn draußen das Singen der Vögel (und manchmal auch Sonnenschein) zum sofortigen Aufstehen animiert. Er macht sich dann einen Kaffee, tritt vor die Terrassentür und atmet tief ein. Er genießt die morgendliche Stille, wenn außer dem Vogelgezwitscher noch nichts zu vernehmen ist, und die aufgehende Sonne den kühlen Hauch der Nacht vertreibt. Dann steht er einfach nur da und ist ein Teil dieses Ganzen, dieses Beginns eines neuen Tages, und manchmal wird ihm ganz sentimental zumute. Wie schön ist es doch, jeden Tag neu starten zu dürfen, frei zu sein, gesund zu sein, das Leben leben zu können. Viel zu schade ist es da doch, diese Lebenszeit im Bett zu verbringen, verabschiedet er sich allmählich aus der Zunft der Langschläfer, der Uhlenköper.

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