Frischzellenkur für den Betonklotz

Das Obergeschoss des Pysallschen Baus des Lessing-Gymnasiums wird ab Mai komplett neu gestaltet. Dort entstehen unter anderem eine Pausenhalle, ein Veranstaltungssaal mit Bühne und ein Raum für die Schülervertretung. Fotos: Ph. Schulze

Uelzen. Von außen sieht es wie ein grober Betonklotz aus. Doch das Erscheinungsbild des aus den 70er Jahren stammenden Gebäudes ist noch das kleinste Problem. Viel schwerer wiegt seine schlechte Wärmedämmung – und damit sein hoher Energieverbrauch.

Deshalb wird der so genannte Pysallsche Bau des Lessing-Gymnasiums (LeG) in den kommenden Monaten grundlegend umgebaut und energetisch saniert.

Rund 650 000 Euro investiert das Gebäudemanagement Uelzen/Lüchow-Dannenberg ab Mai in die Neugestaltung des 550 Quadratmeter umfassenden Obergeschosses. Darin wird unter anderem eine neue Pausenhalle geschaffen. Das Erdgeschoss des Baus, in dem sich die Biologie-Räume befinden, bleibt dagegen unverändert. Bereits im vergangenen Jahr wurde die obere Etage entkernt. „Wir haben die Zwischenwände und Türen entfernt und alles bis auf den Rohbau zurückgebaut“, erklärt Eckhardt Meier, Abteilungsleiter beim Gebäudemanagement. Die dort einst untergebrachten Musikräume sind im vorigen Frühjahr ins Hauptgebäude des LeG umgezogen. Für sie wurde ein Schul-Trakt um eine Etage aufgestockt (AZ berichtete).

Nun wird die Fassade des Pysallschen Baus an jeder Seite um etwa einen Meter nach außen verlegt – direkt bis zu den Pfeilern. „Wir schaffen eine komplett neue, wärmegedämmte Holzrahmen-Hülle. Das spart viel Energie“, sagt Meier. Denn das alte Stahl-Beton-Skelett habe weder Kälte noch Wärme richtig isoliert.

Die neue Pausenhalle kann auch als Veranstaltungsraum genutzt werden, zum Beispiel für Zeugnisfeiern, Konzerte und Theateraufführungen der Schule. Dazu wird dort eine Bühne errichtet. Etwa 400 Stühle passen in den Saal, der durch eine mobile Trennwand auch verkleinert werden kann, so dass dort ein Konferenzraum entsteht. Hinzu kommen ein Stuhllager und ein Raum für die Schülervertretung des LeG. Eine schallisolierte Decke und ein neuer Fußboden sorgen für eine deutlich bessere Akustik, eine moderne Be- und Entlüftungsanlage für ein gutes Raumklima. „Das Ganze ist eine Kombi-Lösung“, erläutert Meier. „Wir wollen, dass alle drei neuen Bereiche der Schule – Pausenhalle, Bühne und Konferenzraum – miteinander vereinbar sind.“

Darüber hinaus wird der Eingang zum Obergeschoss des Pysallschen Baus neu gestaltet. Die dortige Trittstufe soll durch eine Rampe ersetzt werden, die zu der Stahlbrücke im Außenbereich führt. „Das wird keine behindertengerechte Zuwegung, weil die Treppe an der Brücke erhalten bleibt“, betont der Abteilungsleiter. „Aber im Notfall können Rollstuhlfahrer aus dem Obergeschoss barrierefrei in einen sicheren Bereich fahren.“

Während der Arbeiten wird der Pysallsche Bau komplett gesperrt. Meier hofft, dass bis November alles fertig ist. Probleme mit Schadstoffen in dem Gebäude gebe es jedenfalls nicht, betont er: „Wir haben bei den Untersuchungen zum Glück kein Asbest gefunden, sondern nur PCB.“ Diese Reste chemischer Chlorverbindungen sollen nun fachmännisch ausgebaut und entsorgt werden.

Von Bernd Schossadowski

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