Uelzener Kreisverband kämpft mit vielen Aktionen tapfer gegen sinkende Mitgliedszahlen an

Frischer Wind bei der Landjugend

Die Brühtrog-Rallye in Bohlsen ist besonders beliebt. Sie ist eine der Veranstaltungen, die die Kreislandjugend organisiert.

Uelzen. „Großes Potential“ bescheinigt Nicole Schröder vom Vorstand der Niedersächsischen Landjugend dem Uelzener Kreisverband.

Bei ihrer diesjährigen Generalversammlung, die zwei Jahre lang mangels Beschlussfähigkeit auf der Kippe stand, waren nach dem Motto „jetzt erst recht“ aus acht aktiven und einer ruhenden Ortsgruppe 20 Mitglieder zur Jugendbildungsstätte nach Oldenstadt gekommen: „Wir sind beschlussfähig“, hakte Torben Salz den Tagesordnungspunkt erleichtert ab.

Die Jahresrückblicke aus den Ortsgruppen ließen eine Müdigkeit nicht erkennen: Westerweyhe, erst im vergangenen Jahr gegründet, verzeichnete neben den wöchentlichen Treffen am Sonntagabend rund zehn Veranstaltungen, an denen die Landjugend mitgewirkt hatte. Alle Jugendlichen ab 14 Jahre können bei ihrer Ortsgruppe mitmachen.

Nicht einmal ein Drittel der Landjugend, die mit 100 000 Mitgliedern bundesweit die größte Jugendorganisation im ländlichen Raum ist, kommt aus der Landwirtschaft, berichtet das ehemalige Vorstandsmitglied Hella Dierks. „Jeder im Dorf darf zu unseren Treffen kommen.“ Trotzdem gebe es „Nachwuchsprobleme“. Die Ortsgruppe Gerdau-Eimke ruht derzeit. „Bis sich wieder mehr Jugendliche beteiligen“, erklärt Torben Salz aus Uelzen optimistisch. „Gegen die Macht der Medien sind wir machtlos“, beschreibt er ein Phänomen, dass alle Jugendgruppen erleiden: Computerspiele und Internet seien für die Landjugend die größte Konkurrenz. Und: „Es leben weniger Jugendliche auf den Dörfern.“ Daher unterstützen sich die Ortsgruppen gegenseitig bei Traditions-Veranstaltungen wie Oster-Rallye, 72-Stunden-Aktion, Weihnachtsball und Brühtrog-Rallye.

Veranstalter von Dorfaktivitäten wie Osterfeuer, Tag des offenen Hofes, Heideblüten-Fest, Erntedankfest im Museumsdorf, Tannenbaum-Verkauf greifen gerne auf ihre Hilfe zurück. „Das schweißt zusammen“, sagt Svenja Maykopf aus Wieren. „Während andere noch lamentieren, dass auf dem Land nichts los sei, planen wir schon die nächste Aktion“, erzählt Hendrik Linne aus Emern. Fahrten zur „Internationalen Grünen Woche“, der Landjugendtag, aber auch der Heidepark, das Wolfsburger Wissenschaftsmuseum „Phaeno“, die Kieler Woche, die Kartbahn, das Badeland in Wolfsburg und die Ostsee-Tour gehören zum Freizeitprogramm, das so manchen Teenager neidisch machen müsste.

„Bei uns ist immer etwas los“, bestätigt auch Carsten Grafelmann aus Bankewitz, „planlos und flexibel“. Geprägt von freiwilliger Teilnahme, Selbstbestimmung, Spontaneität und Flexibilität, erleben die Jugendlichen ganz nebenbei Selbstverantwortung in Organisation, Interessenvertretung und vieles mehr.

Von Angelika Jansen

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