Gewerkschaft fordert für Uelzener Maler mehr Geld / Tarifverhandlungen ruhen

Frischer Anstrich für Löhne

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Die Maler und Lackierer verdienen zu wenig, sagt die Gewerkschaft Bauen, Agrar, Umwelt. Deshalb fordert sie einen frischen Anstrich bei den Löhnen.

Uelzen/Landkreis. Für Maler und Lackierer im Landkreis Uelzen ist eine „kräftigte Lohnerhöhung“ fällig. Das erklärt der Bezirksverband Nord-Ost-Niedersachsen der Industriegewerkschaft Bauen, Agrar, Umwelt.

Die IG Bau verweist dabei auf das niedrige Lohnniveau der Branche. Maler würden pro Stunde 2,90 Euro weniger erhalten als beispielsweise Maurer, mahnt der Bezirksvorsitzende Roland Bartels. So würde der Maler mit deutlich weniger Gehalt Ende des Tages nach Hause gehen als sein Kollege, der auf der gleichen Baustelle arbeite. „Und beide machen einen harten Job“, so Bartels.

Dass die Forderung nach mehr Geld für Angestellte von den rund 25 Malerbetrieben im Landkreis nun laut wird, hat seinen Grund. Die bundesweiten Tarifverhandlungen zu höheren Löhnen zwischen der Gewerkschaft und den Arbeitgebern ruhen. Wie Horst Redemann, Gewerkschaftssekretär der IG Bau, auf AZ-Nachfrage sagt, weil die Arbeitgeberseite einen Gesprächstermin im Dezember habe platzen lassen. 14,73 Euro betrage der Tariflohn für Maler, 12,50 Euro der Mindestlohn. Für die Tariflöhne fordert die Gewerkschaft 1,77 Prozent mehr, die Gesellengehälter sind zudem aufzustocken, damit die finanzielle Kluft zwischen den Branchen der Vergangenheit angehöre, erklärt Horst Redemann.

Georg Schröder, Geschäftsführer des Malerteams Suderburg, weiß um die Situation auf dem Bau und die unterschiedliche Bezahlung von Handwerkern. Aber auch wenn er seinen Mitarbeitern gerne mehr zahlen würde, er könne es nicht, sagt der Geschäftsführer. Sein Unternehmen stünde wie andere in einem harten Preiswettbewerb. Um noch wirtschaftlich sein zu können, müsse jede Lohnanhebung auf die Stundenpreise umgelegt werden, was dazu führe, dass andere Betriebe die Aufträge erhielten.

Eine Argumentation, der Rolf Behn nicht folgen will. Der Inhaber eines Malerbetriebes in Bad Bevensen ist Obermeister der Malerinnung Uelzen/Lüchow-Dannenberg, vertritt damit die Malerbetriebe in der Region. Und in dieser Funktion bezeichnet er den Wettbewerb als hausgemacht. „Durch ein gegenseitiges Unterbieten werden die Preise kaputt gemacht“, so Behn. Er plädiert dafür, dass die Malerbranche die Stundenpreise auf ein vergleichbareres Niveau bringt. So könnten Mitarbeiter auch besser bezahlt werden, was zu einer höheren Zufriedenheit bei den Angestellten führe. Die Preise seien wiederum gegenüber den Kunden zu rechtfertigen, indem hochwertige Arbeit von den Unternehmen geleistet werde.

Die Zufriedenheit der Mitarbeiter hat auch Markus Timm, stellvertretender Obermeister in der Innung, im Blick. Wer die angestellten Mitarbeiter gut bezahle, könne auch mit guter Arbeit rechnen, sagt er.

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