Rosche punktet mit warmem Wasser und Mehreinnahmen in Bad Bodenteich

Freibäder im Kreis Uelzen ziehen gemischte Bilanz

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Die Schwimmmeister Holger Ratajczak (links) und Jens Weissmann machen die Anlage im Waldbad Bienenbüttel jetzt winterfest. In der Saison 2015 zählten sie gut 50 000 Badegäste.

stk/bs/loh/nre Uelzen/Landkreis. Seit gut einer Woche ist das Waldbad Bienenbüttel geschlossen, nur der Wind kräuselt die Oberfläche des kristallklaren Wassers. Fast möchte man bei diesem Anblick noch einen Sprung ins menschenleere Schwimmbecken wagen.

Doch die Temperaturen von Luft und Wasser sinken von Tag zu Tag und die Schwimmmeister motten Startblöcke, Bänke und Papierkörbe bereits ein. Das Wasser hingegen bleibt den Winter über in den Becken. Dadurch werden Frostschäden an den Fliesen vermieden.

Viel Spaß, weniger Gäste: Leicht rückläufig waren die Besucherzahlen und die Einnahmen im Sommerbad Wieren.

Die Saisonbilanz von Badleiter Holger Ratajczak fällt gemischt aus. Gut 50 000 Besucher, viele von ihnen aus dem benachbarten Kreis Lüneburg, zählte er 2015 – fast exakt soviel wie im Vorjahr. „Der kalte Mai hat uns allerdings ganz schön Gäste gekostet“, erklärt er höhere Besucherzahlen für möglich. Der Jahresrekord: An zwei der ganz heißen Tage strömten jeweils 2000 Wasserraten ins Waldbad. Eine willkommene Abkühlung, die die Gemeinde Bienenbüttel, genauso wie andere, kräftig unterstützt: „Für jeden Gast, der vier Euro gezahlt hat, packt die Gemeinde noch vier Euro dazu“, erklärt Ratajczak.

Zusammen mit seinem langjährigen Kollegen Jens Weissmann hat Ratajczak „sein“ Bad auch an Tagen im Griff, wenn es vor Wasserratten brodelt. „Wir kennen unsere Pappenheimer“, schmunzelt er. Und Weissmann ergänzt: „Höchststrafe ist, über die Seile am Beckenrand zu springen. Wer das macht, geht nach Hause.“

Tatsächlich ist außer ein paar Bagatellverletzungen nichts passiert. Ein einziges Mal musste Weissmann ins Wasser springen, um ein kleines Kind herauszuholen, das von der großen Rutsche in Richtung Schwimmerbereich abdriftete. Beide Männer sind fit und Titelverteidiger in der Gruppenwertung des Gemeindevergleichsschwimmens.

Wenn das Bad zu den Herbstferien winterfest ist, gehen die Schwimmmeister, die in der Saison eine Siebentagewoche schieben, erstmal in den Jahresurlaub – wohlverdient, möchte man meinen.

Auch in den übrigen Freibädern im Landkreis Uelzen fällt die Saisonbilanz gemischt aus.

Uelzen: Ein Plus bei den Besucherzahlen gab es im Uelzener Badue. 56 467 Besucher fanden den Weg in das Bad. Das entspricht einer Steigerung von 4,1 Prozent zum Vorjahr. Nach den Hitzetagen im Juli hätten die Temperaturen im August konstant über 20 Grad gelegen, was einen gleichmäßigen Besucherstrom gebracht habe, so Stadtwerke-Pressesprecherin Franziska Albrecht.

Bad Bodenteich: Etwas weniger Besucher als im Sommer 2014 verzeichnete das Bodenteicher Waldbad. Es wurden 24 400 Badegäste gezählt, im Jahr zuvor waren es 25 100. Dagegen legten die Einnahmen leicht zu, berichtet Harald Benecke, Bürgermeister der Samtgemeinde Aue. Insgesamt 52 100 Euro kamen aus Eintrittsgeldern in die Kasse, im Vorjahr waren es 47 800 Euro. „Die Mehreinnahmen resultierten aus der vom Samtgemeinderat beschlossenen Erhöhung der Eintrittsentgelte“, sagt Benecke.

Rosche: Sehr zufrieden mit der Saison im Roscher Freibad ist Samtgemeindebürgermeister Herbert Rätzmann. „Mit 30 037 Besuchern hatten wir das zweitbeste Ergebnis seit zehn Jahren“, bilanziert er. Ein Jahr zuvor waren es etwa 29 000 Badegäste. Die Einnahmen summierten sich auf fast 39 000 Euro – nach 35 000 Euro im Vorjahr. „Wir hatten viele auswärtige Gäste, die wegen des 26 Grad warmen Wassers kamen“, erklärt Rätzmann. • Wieren: Leicht gesunken sind die Besucherzahlen im Wierener Sommerbad. Kamen 2014 noch rund 26 000 Badegäste, waren es 2015 nur 25 015. Die Einnahmen aus Eintrittsgelder lagen knapp unter denen des Vorjahrs, teilt Uwe Kufner, Vorsitzender der Aktion Sommerbad Wieren mit.

Stadensen: Kaum Unterschiede gegenüber der Saison 2014 gibt es im Stadenser Bad. Nach Aussage von Michael Müller, Kassenwart der Interessengemeinschaft Sommerbad Stadensen , wurden 20 158 Besucher gezählt – 72 mehr als 2014. Die Einnahmen beliefen sich auf 25 979 Euro .

Bad Bevensen: Ins Bevenser Rosenbad kamen in diesem Sommer insgesamt 24 837 Badegäste. Das waren 3730 weniger als im Vorjahr. Samtgemeindesprecher Jörn Nolting erklärt die fallenden Zahlen mit dem schlechten Wetter im Mai und dem unbeständigen Wetter der Folgemonate.

Ebstorf: Auch im Ebstorfer Waldemar kamen in der Freibad Saison weniger Besucher als im Vorjahr. So kamen mit 23 720 Besuchern 1416 weniger als im Vorjahr. Gründe sind hier neben dem Wetter die geänderten Öffnungszeiten. So war das Bad in der Woche fünf Stunden weniger geöffnet als sonst. „Insgesamt war das eher eine schlechte Saison“, sagt Badleiter Domink Wolf.

Wriedel: Für das Naturbad lagen gestern noch keine Zahlen vor. Nach Aussage des ehrenamtlichen Betreibervereins kamen etwa genauso viele Badegäste wie im Vorjahr.

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