Weg frei für Unterzeichnung

So wie in Medingen der Fusionsvertrag unterzeichnet wurde, so erfolgt die Unterzeichnung der Papiere für die neue Samtgemeinde Aue im Rittersaal der Burg Bodenteich.

Wrestedt - Von Jörn Nolting. Ende gut, alles gut – Heinz-Hermann Schulze (CDU) brachte es am Ende seines Plädoyers kurz auf den Punkt. Der Fusion der beiden Samtgemeinden Bodenteich und Wrestedt zur Samtgemeinde Aue steht nichts mehr im Wege, denn der Rat der Samtgemeinde Wrestedt stimmte ohne Gegenstimme für die drei Verträge. Auch das Datum für die Unterschriften steht bereits: Am Mittwoch, 15. Dezember, um 10.30 Uhr wird im Rittersaal der Burg Bodenteich der Zusammenschluss signiert.

Doch bevor sich alle einig waren, blickten die Ratsmitglieder kurz zurück. „Ich hätte es gut gefunden, wenn die SPD-Vorschläge vor dem 12. August gekommen wären“, stichelte Hermann Bombeck, Gruppensprecher der CDU/Grünen-Gruppe. Für ihn war es wichtig, dass die Wrestedter Politik die drei Verträge mitgestaltet hat – aber auch die so genannte Giftliste, die die Einsparungsmöglichkeiten beinhaltet.

Der Gruppensprecher der SPD/WUB-Gruppe, Peter Ramünke, schilderte dem Ratsrund die Gründe für das Verhalten seiner Gruppe: „Wir wurden bei der Diskussion nicht ernst genommen. Deshalb war für uns klar, dass ein Misserfolg vorprogrammiert war.“ Drohgebärden haben dazu beigetragen, dass die Gruppe immer eng zusammengerückt ist. Doch lobte er auch die Zusammenarbeit im Wrestedter Rat: „Unter den Ratsmitgliedern war der Ton ordentlich.“ Und was die Giftliste betrifft, so machte er allen klar, dass es sich dabei nicht nur um „ein Nehmen, sondern auch um ein Geben“ handelt. Heinz-Hermann Schulze fand da ein passenderes Bild: „Beide Seiten mussten die Hosen runter lassen.“ Vor allem die öffentliche Meinung hat den Zusammenschluss der beiden Samtgemeinden nach vorne getragen, so das Empfinden des stellvertretenden Samtgemeindebürgermeisters. Aus dem Krankenhaus meldete sich der SPD-Ratsherr Klaus Cichy aus Wieren. Sein Parteigenosse Andreas Rösler verlas seine E-Mail: „Es sollte sich keiner als Sieger oder Verlierer fühlen“, schrieb er aus dem Krankenhaus in Soltau. Nun erwartet er, dass in beiden politischen Lagern wieder Ruhe einkehrt. Das sah Andreas Dobslaw (SPD) anders: „Verhandlung und Streit ist das Herzstück der Demokratie.“ Auch wenn seiner Ansicht nach beide Seiten über die Stränge geschlagen haben, nannte er es eine „Sternstunde der Demokratie“. „Es ist wie beim Fußball“, beendete Samtgemeindebürgermeister Harald Benecke schmunzelnd die Aussprache, „erst tritt man sich gegen das Schienenbein und hinterher war es nicht so gemeint.“ Ende gut – alles gut eben.

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