Rathaus: Festakt und Ausstellung „Deutschland grenzenlos“ locken 200 Gäste

Fotos rühren zu Tränen

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Die drei Festredner Siegfried Schneider, Jürgen Markwardt und Jürgen Ritter (von links) hatten reichlich Gesprächsthemen.

Uelzen. Ein großer Erfolg war gestern der gemeinsame Festakt Uelzens und Salzwedels samt der Ausstellungseröffnung „Deutschland grenzenlos“.

Jürgen Markwardt war der erste Redner im gut gefüllten Ratssaal.

Vor rund 200 Gästen fanden anfangs Uelzens Bürgermeister Jürgen Markwardt, Salzwedels ehemaliger Bürgermeister Siegfried Schneider und der Barumer „Grenzfotograf“ Jürgen Ritter feierliche, mahnende und humorvolle Worte, um den 25 Jahren Wiedervereinigung gebührend zu gedenken. Für Markwardt war die Grenzöffnung ein epochales Ereignis gleich dem Sturm auf die Bastille oder der Revolution von 1848. Mit Bemerkungen zu den ersten gesichteten Trabanten und der Mutmaßung, er könne der erste westdeutsche Polizist gewesen sein, der die ehemalige DDR mit Dienstwaffe betreten habe, sicherte er sich einige Lacher.

Siegfried Schneider, seit 2008 pensionierter ehemaliger Bürgermeister Salzwedels, erinnerte daran, dass die freundschaftliche Verbindung von Salzwedel und Uelzen dazu führte, dass nach der Wende immer wieder unbürokratisch geholfen wurde, Uelzen Salzwedel beispielsweise beim kompletten Neuaufbau einer Verwaltung sehr half. Über praktische Hilfe konnte er sich einmal sogar persönlich freuen: Bei einer Behandlung waren die Spritzen auffällig wenig schmerzhaft. „Das sind Einwegspritzen aus Uelzen“, habe ihm die Krankenschwester mitgeteilt.

Während Markwardt und Schneider das geflügelte Wort von der „friedlichen Revolution“ bemühten, stellte „Grenzfotograf“ Jürgen Ritter klar, dass längst nicht alles friedlich verlief: „In Leipzig und Berlin wurden Demonstranten niedergeknüppelt und an der Grenze gab es hunderte Tote“, sagte Ritter. Mit den Worten „Lassen Sie uns die Ausstellung angucken“ sorgte er dafür, dass im zweiten Teil das festlichen Vormittages seine Bilder für sich und die Gäste miteinander sprachen. Kalt ließen die Bilder kaum jemanden, vereinzelt traten sogar Tränen in die Augen. Die Bilder, die Grenzstreifen und „blühende Landschaften“ gegenüberstellen, erzählen zahllose Geschichten von Leid, Trauer, aber auch Freude und Glück.

Hinweis: J ürgen Ritters DVD-Dokumentation „Mit dem Rad Geschichte erfahren“ können Interessenten, insbesondere Schulen/Geschichtslehrer, kostenlos erhalten: www.grenzbilder.de

Von Steffen Kahl

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