Asylsuchende werden in ehemaliger Kaserne untergebracht

534 Flüchtlinge in Lüchow – DRK Uelzen hilft

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Mit Blumen und Luftballons begrüßten Anwohner aus dem Umfeld der ehemaligen Kaserne gestern die ankommenden Flüchtlinge in Lüchow.

wb/dpa Lüchow/Uelzen. „Wenn die Kinder einen anlächeln, ist das für alle hier das Schönste“, beschreibt Meike Karolat, Pressesprecherin des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) Uelzen, im AZ-Gespräch gestern die Stimmung auf dem ehemaligen Kasernengelände in Lüchow, das am Wochenende im Eiltempo in Kooperation von Polizei und Johanniter-Unfall-Hilfe zum Aufnahmelager für Flüchtlinge umfunktioniert wurde.

534 Asylsuchende – unter ihnen viele Familien mit kleinen Kindern – wurden bis zum Nachmittag in dem Gebäude der Polizei aufgenommen, registriert und medizinisch versorgt. Das DRK Uelzen rückte am Sonntagmorgen mit 34 Einsatzkräften aus, um die Johanniter-Unfall-Hilfe zu unterstützen, die mit der kurzfristigen Versorgung der Flüchtlinge betraut worden war.

Viele der Asylsuchenden haben eine tagelange Odyssee hinter sich, sie waren über Ungarn nach München geflüchtet. Von dort ging es dann per Zug weiter nach Braunschweig, wo die Flüchtlinge am frühen Morgen ankamen.

In Lüchow wurden die Flüchtlinge mit Blumengrüßen und Luftballons in Empfang genommen, die Anwohner an Absperrungen befestigt hatten. „Die Menschen stehen hier an den Absperrungen und fragen, ob sie helfen können“, beschreibt Karolat hilfsbereite Gesten der Lüchower.

Bleiben sollen die Flüchtlinge in Lüchow nur solange, bis sie auf die Kommunen verteilt werden. Die Polizei unterstützt die niedersächsische Landesaufnahmebehörde, weil die Erstaufnahmelager längst überfüllt sind. Die Verantwortlichen gehen davon aus, dass die ehemalige Kaserne in Lüchow den ganzen Herbst und Winter über für neu ankommende Flüchtlinge benötigt wird.

Niedersachsen hatte bereits in den vergangenen Tagen rund 2000 zusätzliche Plätze für Flüchtlinge geschaffen, um die Erstaufnahmeeinrichtungen zu entlasten.

Von den knapp 900 Menschen, die nach Angaben der Stadt Braunschweig dort Sonntagfrüh eintrafen, kamen rund 135 zur Landesaufnahmebehörde Braunschweig, rund 110 sollten nach Hameln. 65 Personen wurden nach Hannover gebracht. In der Landeshauptstadt hilft das Technische Hilfswerk Uelzen beim Aufbau einer Flüchtlingsunterkunft.

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