Bei der Ausgabe werden Portionen für Hilfsbedürftige kleiner

Flüchtlinge bringen Tafel an Grenzen

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Leere Teller gibt es zwar noch nicht, allerdings müssen die Portionen kleiner werden, damit jeder Besucher der Uelzener Tafel etwas zu Essen bekommt.

Uelzen. Die steigende Zahl der Flüchtlinge im Landkreis Uelzen wirft nicht nur die Frage nach der Unterbringung auf, sie stellt auch die Uelzener Tafel vor eine Herausforderung.

In den vergangenen Monaten seien zu den bisherigen Nutzern der Tafel 30 bis 40 weitere Flüchtlinge hinzugekommen, schildert Gerard Minnaard, der den Tafelverein in Uelzen gründete. Zweimal wöchentlich können Hilfsbedürftige für einen Euro über die Tafel Lebensmittel bekommen. Mit den zusätzlichen Nutzern würden bei den Ausgaben am Bohldamm und an der St. -Petri-Kirche nun an die 200 Lebensmittel-Portionen herausgegeben – dies bei einer begrenzten Menge an Vorräten. „Das bedeutet, dass wir an Einzelne weniger herausgeben können“, so Minnaard.

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Auch bei den Tafeln in Wittingen und Gifhorn herrschen derzeit Probleme

Vor wenigen Monaten hat die Zusage eines weiteren Lebensmitteldiscounters, künftig Waren abgeben zu wollen, der Tafel etwas Luft verschafft. Angesichts der gestiegenen Zahl an Nutzern stößt die Uelzener Tafel aber nun bei der Ausgabe wieder an ihre Grenzen. Vor allem Molkerei-Produkte sowie Grundnahrungsmittel wie Mehl und Zucker seien knapp, sagt Minnaard. Wie der Gründer des Tafelvereins erklärt, seien die Möglichkeiten, an Lebensmittel zu kommen, ausgeschöpft. Die Tafel-Helfer würden während der Woche an die 70 Geschäfte anfahren, um Lebensmittel-Spenden entgegenzunehmen. Auch die Beschicker des Vitalmarktes würden zweimal wöchentlich Waren abgeben. „Damit nutzen wir alle Geschäfte und Spender, die bislang ihre Hilfsbereitschaft signalisiert haben“, so Minnaard.

Derzeit leben 392 Asylbewerber aus 26 Ländern im Landkreis Uelzen. Nach einer Zuteilungsquote des Landes Niedersachsen wird die Zahl noch auf über 500 steigen.

Von Norman Reuter

Mehr zur Lage der Uelzener Tafel lesen Sie am Donnerstag im E-Paper und in der gedruckten AZ.

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