Studie aus Lüneburg belegt, wie gefährlich das Autofahren mit den leichten Schuhen ist

Achtung, liebe Autofahrer! Flip-Flops verlängern Bremsweg

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Autofahrerin mit Flip-Flops: Die leichten Schuhe sind bequem, sie verlängern aber den Bremsweg.

Lüneburg. An heißen Sommertagen ist die Verlockung groß, mal eben mit Flip-Flops ins Auto zu springen und einfach loszufahren. Wie gefährlich das ist, haben jetzt Wissenschaftler der Leuphana-Universität Lüneburg mit einer Untersuchung belegt.

Professor Friedrich Müller und sein Team vom LüneLab, dem Institut für Experimentelle Wirtschaftspsychologie der Leuphana, werteten dazu an einem Fahrsimulator 5400 Bremsmanöver aus.

Die Wissenschaftler untersuchten die Reaktionen von 34 Personen in sorgfältig ausbalancierten Versuchen an einem Fahrsimulator. Die Probanden trugen bei jeweils der Hälfte der Bremsvorgänge feste, gut sitzende Schuhe, in den anderen Situationen hatten sie Flip-Flops an. Gemessen wurden unter anderem die Reaktionszeiten, die Zeit für die Bewegung vom Gas- zum Bremspedal (Umsetzzeit) und die Zeiten etwa vom Aufleuchten einer Ampel oder dem Erscheinen von Personen auf der Fahrbahn bis zum vollständigen Betätigen des Bremspedals.

Die Wissenschaftler kamen zu einem eindeutigen Ergebnis: Unter allen Bedingungen sind die Vorbremszeiten mit Flip-Flops deutlich länger als die mit festen Schuhen. In überraschend auftretenden Bremssituationen – etwa wenn ein Kind plötzlich mit einem Skateboard auf die Straße fährt – verlängert sich der Bremsweg bei einer Geschwindigkeit von 100 Stundenkilometern im Durchschnitt um etwa 2,5 Meter. Situationen, in denen die Fahrer bei Bremsmanövern vom Pedal abrutschten, an Pedalen hängen blieben oder sich zwischen den Pedalen verhakten, wurden ausschließlich bei Flip-Flop-Fahrern beobachtet. Knapp die Hälfte der Fahrer mit Flip-Flops verfehlte mindestens einmal das Bremspedal, ein knappes Drittel rutschte mindestens einmal vom Pedal ab.

80 Prozent der Fahrer berichten, dass sie sich beim Fahren mit Flip-Flops deutlich unsicherer fühlten. Das Fahren mit ungeeignetem Schuhwerk erfordert also eine höhere Aufmerksamkeit vom Fahrzeuglenker. Die Verkehrspsychologen nehmen deshalb an, dass sich die Bremszeiten weiter verlängern, wenn Fahrer abgelenkt werden.

Entstanden ist die Untersuchung in Kooperation mit der Berufsgenossenschaft Verkehrswirtschaft Post-Logistik Telekommunikation. Eine Unfallverhütungsvorschrift verlangt von Berufskraftfahrern, bei der Ausübung ihres Berufes festes Schuhwerk zu tragen. Die Berufsgenossenschaft wollte wissen, ob es Belege für die vermutete Beeinträchtigung der Verkehrssicherheit gibt.

Fahren in Flip-Flops ist übrigens bislang nicht verboten. Bei einem Unfall könnte dem Träger jedoch das Gericht Fahrlässigkeit unterstellen, wenn ungeeignetes Schuhwerk getragen wurde. Zudem könnte sich die Versicherung weigern, die entstandenen Schäden zu zahlen.

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