Bestandserfassung ist Teil des Naturschutzgutachtens / Elektro-Methode gilt als effizient und schonend

Fische zählen für Projekt Ilmenausee

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Ruhiges Arbeiten auf der Ilmenau: Als Teil des Flora-Faune-Habitat-Gutachtens führten diese drei Männer im Auftrag der Stadt Uelzen eine Arten-Kartierung, anders gesagt: eine Fischzählung, durch. Hintergrund ist das Projekt Ilmenausee in der Innenstadt.

Uelzen. Nur wenige Uelzener haben zuletzt die Szene beobachtet, die richtungsweisend für die Zukunft ihrer Hansestadt gewesen sein könnte.

Ruhig glitt der Bug der „Lysa“ durch das Wasser der Ilmenau unweit des Ratsteichs, ausdauernd fischten drei Männer mit Keschern Fische aus dem Wasser – und das Ganze im Auftrag der Wissenschaft: Die Biologen auf der „Lysa“ führten eine Fischzählung durch.

Diese findet im Rahmen einer Machtbarkeitsstudie für die Fortentwicklung des Projekts Ilmenausee statt. Der Ilmenausee ist das Projekt des Vereins Ilmenaustadt Uelzen, durch das die Innenstadt Uelzens attraktiver werden soll (AZ berichtete). In umfassenden Gutachten werden derzeit unter anderem die Themen Flora-Fauna-Habitat (FFH), Verträglichkeit, Hochwasserschutz und Hydrologie sowie Verkehr weitergehend untersucht. Die Fischbestandszählung gehört zum FFH-Gutachten, das Bestände in der Tier- und Pflanzenwelt analysiert.

Wie berichtet, hat sich die Stadt in Abstimmung mit dem Verein Ilmenaustadt auf eine Aufgabenteilung festgelegt: Der Verein wird das Thema Verkehr in Abstimmung mit der Hansestadt weiter untersuchen. Das Thema Naturschutz und Wasserrecht hat die Hansestadt übernommen.

Wie die Stadt auf AZ-Anfrage mitteilt, sind im Rahmen der derzeit laufenden FFH-Verträglichkeitsprüfung unter anderem umfangreiche Kartierungen im Umfeld des Projektstandortes erforderlich. Dazu gehöre auch die Elektrobefischung der Ilmenau. Diese ist Lebensraum von Fluss-, Meer- und Bachneunauge, Groppe, Flussperl- und Bachmuschel, Grüner Keiljungfer – allesamt Arten, die für Flüsse wie die Ilmenau typisch sind und unter Naturschutz stehen. Ihre Bestände gelte es zu erhalten und zu entwickeln, teilt die Stadt mit. Das Ergebnis der Elektrobefischung werde, so die Stadt weiter, wie die Ergebnisse der anderen umfangreichen Kartierungen, in die FFH-Verträglichkeitsprüfung einfließen.

Das Thema Elektrofischen ist aus Sicht der Stadt unbedenklich. Hierbei werde elektrischer Strom lediglich zur „Kartierung“, also zum Zählen der Fische eingesetzt. Dabei wird durch das Wasser ein Gleichstrom geleitet und die im Stromkreis befindlichen Fische schwimmen zur Anode. So könnten Fischbestände schnell und schonend erfasst und untersucht werden.

Von Steffen Kahl

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