Politik will bei Breitbandnetz nicht in Bredouille kommen

Firma verspricht scharfe Kalkulation

+

Uelzen. Die Kosten für das geplante Leerrohrnetz im Kreis Uelzen, mit dem eine flächendeckende Breitbandversorgung gewährleistet sein soll, lassen sich nach Aussage des mit den Planungen beauftragten Unternehmens klar benennen.

„Die Politik wird verlässliche Zahlen bekommen“, sagt Dr. Hans-Peter Schöne, Direktor der Firma „BIB TECH“, die bis Anfang 2014 das Netz planen will.

Wie berichtet, soll das Leerrohrnetz im Kreis Uelzen, durch das dann für ein schnelles Internet Glasfaserkabel verlaufen, an einen Internetanbieter verpachtet werden, der die Miete an den Landkreis zahlt. Im Idealfall deckt dies die Kosten oder aber es werden sogar Gewinne eingefahren. Dabei werden nun zunächst zwei Varianten geprüft. Ein Verlegen von Leerrohren bis zu sogenannten Kabelverzweigern, von denen aus Zuleitungen der Telekom zu den Gebäuden führen sowie ein Verlegen von Leerrohren direkt zu den Häusern. Die direkte Versorgung bedeutet einen ungleich höheren Aufwand, wie Hans-Peter Schöne festhält. Folglich werde diese Variante entsprechend teurer. Welche letztlich realisiert wird, darüber hat die Politik zu entscheiden, die ein großes Interesse an dem Kostenrahmen hat. Bei der jüngsten Sitzung des Wirtschaftsförderungsausschusses, dem BIB TECH das Vorhaben vorstellte, war es Andreas Dobslaw (SPD), der anmerkte, nicht noch einmal in die gleiche Bredouille gelangen zu wollen wie beim ÖPNV-Konzept, bei dem wegen zu hoher Kosten kurz vor der Realisierung die Handbremse gezogen werden musste. „Bei der Planung wird es eine scharfe Kalkulation geben“, so Schöne. Der Meterpreis für die Leerrohre in einem Kabelverbund stünden fest. Beispielsweise ein Kabelverbund mit 24 Leerohren koste pro Meter 5,50 Euro. Bei den nun anstehenden Planungen bis Januar werde ermittelt, wie viel Kilometer mit wie vielen Leerrohren im Verbund zu verlegen seien. Einzige Variable bei den Kosten, so räumt Schöne ein, seien die Tiefbauarbeiten. „Die Preise der Unternehmen schwanken, deshalb müssen die Ausschreibungen im Frühjahr erfolgen, damit sie nicht hoch ausfallen“, meint der Firmen-Direktor.

Für die Planungen zum Leerrohrnetz ist die Bedarfssituation zur Breitbandversorgung bedeutsam, wie Schöne ausführt. Dazu läuft bis zum 16. Oktober noch eine Online-Umfrage, die auf der Startseite von www.uelzen.de aufzurufen ist. Wer an der Umfrage nicht per Internet teilnehmen kann, möge sich an die Kommunen wenden.

Von Norman Reuter

Kommentare