Fehlt die kritische Distanz?

Kreisberegnung ist ein großes Thema in der Landwirtschaft – innerhalb des BUND diskutiert man derzeit, wie man sich dazu positionieren soll. Foto: Kohnke

Uelzen/Landkreis. „50 Hektar Kreisberegnung stehen allein im Landkreis Uelzen an. Wie ist unsere Position dazu? Was ist abgesprochen?“ Kämpferisch ging Eckehard Niemann in die Jahreshauptversammlung der Kreisgruppe Uelzen des BUND.

„Wir bekommen riesige ausgeräumte Flächen mit der Hoffnung, dass an den Rändern etwas für den Naturschutz abfällt. Das ist eine gravierende Frage“, so Niemann, der das bisherige Vorgehen des Vorstandes, der in Person von Wieland Utermark in den vergangenen Monaten an Verhandlungen zwischen Landwirten aus dem Raum Suhlendorf und Vertretern der Landwirtschaftskammer beteiligt war, heftig kritisierte.

„Nur auf diese Weise haben wir als Naturschützer überhaupt die Möglichkeit, unsere Position geltend zu machen“, hielt Utermark dagegen. Er beschäftige sich seit 2007 mit dem Thema. Damals waren alle Bürger des Landkreises aufgerufen, Vorschläge für ein regionales Entwicklungskonzept im ländlichen Raum unter Einbeziehung des Natur- und Umweltschutzes zu unterbreiten, zwei Millionen Euro aus dem LEADER-Programm standen insgesamt in Aussicht. Die Resonanz war übersichtlich.

Utermark engagiert sich seither in einer Arbeitsgruppe, in der Landwirte und Naturschützer an einem Tisch sitzen, um beispielsweise für den Modellraum Suhlendorf ein Konzept zu erarbeiten. „Ich habe mich dafür stark gemacht, die Landschaft in ihrem derzeitigen Zustand zu untersuchen, als Grundlage für weitere Planungen“, so Utermark. In der kommenden Woche sollen dafür Mittel bewilligt werden, 5000 Hektar Planungsgebiet können dokumentiert werden. „Ich bin überzeugt, dass wir die Veränderungen in der Landwirtschaft durch neue Techniken nicht verhindern können. Deshalb ist es gut, wenn der Naturschutz frühzeitig eingebunden ist und nicht Landwirte und Landwirtschaftskammer ihre Vorhaben allein betreiben“, fasst Utermark zusammen.

Niemann dagegen sieht die Gefahr, in Planungen involviert zu sein und diese mitzutragen, die insgesamt mit den Zielen des Naturschutzes nicht vereinbar sind.

„Wir müssen früher ansetzen. Wir stehen für kleinteilige Flächen und hier passiert das Gegenteil, das darf nicht positiv dargestellt werden“, betonte Niemann, der darüber hinaus mehr Öffentlichkeitsarbeit seitens des BUND forderte: „Wir müssen uns deutlicher positionieren.“

Von Christine Kohnke

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