Umstellung auf Elektronische Steuerkarte: Morgen keine Anfragen möglich

Fehler sorgen für Ärger

Abschied von der Lohnsteuerkarte in Papierform. Die Behörden stellen auf die elektronische Lohnsteuerkarte um, und dabei sind eine Menge Fehler unterlaufen. Foto: dpa

Uelzen/Landkreis. Die alte Lohnsteuerkarte in Papierform hat ab 2012 ausgedient: Das Finanzamt Uelzen erhält zurzeit eine Flut von Anfragen zur elektronischen Lohnsteuerkarte.

In den vergangenen Tagen sind Briefe an die Einwohner im Landkreis herausgegangenen, in denen die Behörde über die erstmals gebildeten elektronisch gespeicherten Daten wie Steuerklasse, Kinder, Freibeträge und Religionszugehörigkeit für den Lohnsteuerabzug informiert. In vielen Fällen sind die Angaben der Steuerklasse oder der Kinder-Freibeträge falsch eingetragen.

„Es ist für uns erschreckend gewesen“, erklärt Ulrike Duwe, Leiterin des Arbeitnehmerbereichs. Im Moment kommen ihre Mitarbeiter fast nicht mehr gegen die Telefon-Anrufe an, und wenn die Bürger etwas länger warten müssen, bis die Leitung frei ist, „dann wird der ein oder andere doch ein bisschen ungehalten“.

Deshalb weist sie darauf hin, dass am morgigen Donnerstag und am Freitag, 28. Oktober, nur eingeschränkt Auskünfte zu den elektronischen Lohnsteuerabzugsmerkmalen (ELStAM) erteilt werden können, da ein Zugriff auf die zentrale Datenbank beim Bundeszentralamt für Steuern an diesen Tagen wegen umfangreicher Umstellungsarbeiten bundesweit nicht möglich sei. Wer in dem Brief des Finanzamtes Fehler festgestellt hat und diese ändern lassen möchte, kann das auch mit einem Vordruck aus dem Internet erledigen. Auf der Seite der Oberfinanzdirektion Hannover wird ein Vordruck unter www.ofd.niedersachsen.de > ELStAM Formulare > ELStAM 16 – Hilfestellung Korrektur ELStAM – zur Verfügung gestellt.

Die falschen Angaben sind durch die Zusammenarbeit von verschiedenen Behörden zustande gekommen. Die Meldebehörden haben unter Angabe der Identifikationsnummern der Bürger die persönlichen Eintragungen wie Adresse, Geburtsdaten und Familienstand an das Bundeszentralamt für Steuern übermittelt. Ebenso haben die Finanzämter die notwendigen Daten dem Bundeszentralamt übertragen. Aus den von den Meldebehörden übermittelten Daten wurde programmgesteuert die Angaben für den Lohnsteuerabzug erstellt. Wenn nun aber die Meldebehörden keine Verknüpfung zwischen den Identifikationsnummern von Ehemann und Ehefrau hergestellt haben, hat das Programm des Bundeszentralamtes die Eintragung der bisherigen Steuerklassen für verheiratete Personen nicht erkannt. Ebenso taucht oft ein Problem bei Kinder-Freibeträgen auf: bei vielen Geschiedenen sind die Kinder dem falschen Elternteil unter der jeweiligen Identifikationsnummer zugeordnet. „Wir haben sehr viele Patchwork-Familien im Landkreis Uelzen, bei denen es zu einer verkehrten Angabe von Kinder-Freibeträgen kam“, erläutert Duwe.

Für die Änderung der Daten zum elektronischen Lohnsteuerabzug ist keine Frist festgesetzt. Da allerdings Arbeitgeber zum Jahreswechsel die Daten elektronisch abrufen, müssten die Daten bis dahin angepasst sein. Freibeträge können aber wie bisher bis November 2012 beantragt werden.

Von Diane Baatani

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