Ausbruch der Krankheit in Suderburg: Sperrbezirk eingerichtet

Faulbrut im Kreis Uelzen: Bienen getötet – Keine Gefahr für oder durch Honig

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Als Übertrager der Blütenpollen sind Bienen ein wichtiger Faktor für die Vermehrung von Pflanzen und letztlich für das Leben auf der Erde. Rund 75 Millionen Bienen nennen die Imker, die im Kreisimkerverein Uelzen organisiert sind, ihr Eigen.

Uelzen/Landkreis. Im Landkreis Uelzen ist die Bienenseuche Amerikanische Faulbrut festgestellt worden. Dies hat das Bieneninstitut in Celle jetzt dem Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt des Landkreises bestätigt.

Die Krankheit führt dazu, dass die Brut eingeht und die Bienen eines Volkes die Vermehrung einstellen. Sie gilt heutzutage zwar als nicht mehr besonders gefährlich, ist aber meldepflichtig. Ausgebrochen war die Amerikanische Faulbrut bei einem Suderburger Imker.

In und um Suderburg ergriff das Veterinäramt mit Unterstützung des Kreisimkervereins Maßnahmen, um eine Ausbreitung der Krankheit durch Übertragung auf andere Völker zu verhindern. Das betroffenen Volk wurde getötet, die Nachbarvölker untersucht, mit negativem Ergebnis. Dazu kamen Hygienemaßnahmen. In einem Radius von drei Kilometern um Suderburg sollen zudem weitere Völker untersucht werden und es wurde ein Sperrgebiet eingerichtet. So wird verhindert, dass Imker mit ihren Bienen durch das Gebiet „wandern“, beispielsweise, weil sie es auf eine bestimmte Obstblüte abgesehen haben. „Wir haben alle zu ergreifenden Maßnahmen zur Bekämpfung der Seuche eingeleitet“, sagt Amtstierärztin Dr. Sandra Schürmann, die dem Kreisimkerverein für seine ehrenamtliche Hilfe dankt.

Ursache für die Erkrankung, die ausschließlich die Bienenbrut befällt, ist das sporenbildende Bakterium „Paenibacillus larvae“. Erwachsene Bienen erkranken nicht, sind allerdings an der Sporenverbreitung und damit der Verschleppung der Bienenseuche beteiligt. Das Veterinäramt bittet deswegen alle Bürger, leere Honiggläser vor der Entsorgung auszuspülen. Bienen greifen gerne auf alternative Futterquellen zurück, die unter anderem auch aus sporenbelasteten Honigresten bestehen können.

Wichtig für alle Honigliebhaber: Für Menschen, ob Imker oder Honigkonsument, besteht keinerlei Gefährdung. Der Konsum des Honigs ist bedenkenlos möglich. Davon unberührt gilt die Grundregel, Säuglingen keinen Honig zu geben.

Hermann Hilmer, Vorsitzender der Kreisimkervereins, ordnet das Ereignis wie folgt ein: „Die Amerikanische Faulbrut ist im Grunde keine bedrohliche Krankheit mehr.“ Für die Bienen im Kreis sei es problematischer, dass sie nach der Rapsblüte Schwierigkeiten hätten, ausreichend Pollen zu finden, da es beispielsweise kaum noch blühende Wiesen gebe. Aber, so Hilmer: „Wir versuchen, damit zurechtzukommen.“ Die Heidehonig-Ernte sei in diesem Jahr ansonsten sehr gut ausgefallen, die Qualität des Honigs hoch. 200 Imker, so Hilmer, gibt es derzeit im Landkreis. Sie halten 1500 Völker.

Bei durchschnittlich 50 000 Bienen pro Volk ergibt sich, dass im Kreis Uelzen derzeit rund 75 Millionen Bienen zu Hause sind.

Von Steffen Kahl

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