Fast wie bei den Schotten

Muskelkraft und Technik waren beim Maibaumwerfen gefragt. Einige Teilnehmer schafften mehr als acht Meter.

Uelzen-Groß-Liedern - Von Jürgen Köhler-Götze. Die Groß Liederner Kindergartenkinder hatten am Sonnabend ihren großen Auftritt beim Dorffest und durften zeigen, was sie schon alles im Kindergarten gelernt hatten. Danach ging es auf die Hüpfburg, während sich die Großen beim Elfmeterschießen messen durften. Mit einem einzigen Tor Unterschied wurde der Sieg verbissen innerhalb einer Familie ausgefochten: Schwiegersohn besiegt Schwiegervater, hieß es am Schluss.

Den sportlichen Höhepunkt des Dorffestes machte jedoch etwas aus, was sich die Groß Liederner bei den schottischen Highland-Games abgeguckt hatten. Während man in den vergangenen Jahren mit dem Gummistiefel-Weitwurf noch Anleihen bei den Ostfriesen gemacht hatte, stand in diesem Jahr schweres Kaliber auf dem Wettkampfplan: Veritable Baumstämme wurden da geworfen und bei allem Spaß an der Freude ging es auch dort recht verbissen zu.

Um eine gewisse Chancengleichheit herzustellen, gab es einen etwas leichteren Birken-Baumstamm für die Frauen und einen wirklich schweren für die Männer, die es möglichst weit zu werfen galt. Das ist nur zum Teil eine Frage der Kraft, sondern vor allem eine Frage der Technik. Geworfen wird normalerweise aus dem Stand, denn jeglicher Anlauf führt dazu, dass der Werfer die Abwurfmarkierung übertritt und der Wurf damit als ungültig gewertet wird. Gewiefte Techniker versuchen gar nicht erst, im Winkel von 45 Grad zu werfen, was eigentlich eine ordentliche Weite verspricht. Vielmehr wird der Wurf eher steil ausgeführt.

Ebenso steil soll der Baumstamm auch wieder herunterkommen. Der Werfer spekuliert dabei natürlich darauf, dass sich der Stamm nach dem Aufprall noch einmal überschlägt, denn das bringt noch einmal die knapp zwei Meter an Wurfweite, die der Stamm an Länge hat. Auf diese Weise brachten einige Werfer Weiten von mehr als acht Metern zustande, bei den Frauen immerhin noch sechs Meter.

Der Erlös des Wettbewerbs kam der Dorfkasse zu Gute, denn man möchte in Groß Liedern bald wieder ein Dorffest feiern. Und auch der DJ, der den musikalischen Teil des Fests bestritt, möchte bezahlt werden. Die Hoffnung, wieder einmal die Gruppe Podkovenka mit ihrer böhmischen Blasmusik im Ort begrüßen zu können, hat man auch noch nicht aufgegeben.

Kommentare