Fans randalieren in Uelzen

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Fans von Hannover 96 sind bei ihrem Halt im Uelzener Bahnhof auf ihre Rivalen vom FC St. Pauli losgegangen.

Uelzen - Von Diane Baatani. Die Bundespolizei wird heute über die Randale von Fußball-Fans in Uelzen und im Hannoverschen Hauptbahnhof beraten. An den Gesprächen werden unter anderem die Einsatzkräfte beteiligt, die bei den Auseinandersetzungen von Fans von Hannover 96 und FC St. Pauli am Samstagabend im Hundertwasser-Bahnhof vor Ort waren.

„Man wird sich an einen Tisch setzen müssen und versuchen, es aufzubereiten“, kündigt Detlef Lenger, Sprecher der Bundespolizeiinspektion Hannover, auf AZ-Nachfrage an. Dabei geht es ihm vor allem um die Position der Fans von Hannover 96, die zum wiederholten Male auffielen und nach bisherigen Kenntnissen mit den Krawallen angefangen haben.

Als der Zug der Hannover 96-Fans am Samstagabend gegen 22 Uhr auf dem Rückweg vom HSV-Spiel in Uelzen Halt machte, trafen sie mit den Fans vom Konkurrenten FC St. Pauli zusammen. Die Paulianer waren auf dem Rückweg von Wolfsburg Richtung Hamburg. Die Hannoveraner griffen eine Gruppe von St. Pauli-Anhängern an, teilt die Bundespolizei mit. Nach Zeugenberichten und Aussagen der Einsatzkräfte gingen die Aggressionen und Provokationen von den Hannoveranern aus. Demnach hätten sie immer wieder versucht, die Gleise zu überqueren, um zu den gegnerischen Fußball-Fans zu gelangen. Deshalb setzten die Einsatzkräfte der Bundespolizei Schlagstöcke ein, um die Gruppen voneinander zu trennen. Die Bahnstrecke musste zeitweilig gesperrt werden. Um 22.30 Uhr setzten die Fans aus Hannover ohne gültige Fahrkarten ihre Tour im ICE Richtung Landeshauptstadt fort. Bei Ankunft in Hannover randalierten rund 500 Fußballfans von Hannover 96 im Zug und im Hauptbahnhof weiter. Sie zündeten Pyrotechnik, brachen Sitzkissen aus den Waggons heraus und warfen sie auf den Bahnsteig.

Die Bundespolizei ermittelt unter anderem wegen verschiedenster Delikte wie Sachbeschädigungen, Landfriedensbruch und gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr. Die genaue Schadenshöhe können weder Bundespolizei noch die Deutsche Bahn derzeit einschätzen.

Nach Angaben der Bundespolizei und des Rettungsdienstes hat es bei den Auseinandersetzungen keine Verletzten gegeben. „Da hört der Spaß auf“, sagt dazu Bundespolizei-Sprecher Lenger. Schließlich seien auch viele Unbeteiligte unter den Fahrgästen in Zug und Bahnhof gewesen.

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