Uelzener lagen wochenlang auf Isolierstation

Familie erkrankt an Tuberkulose

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So sieht der Tuberkulose-Erreger unter dem Mikroskop aus.

Uelzen. Eine Uelzener Familie ist an offener Tuberkulose (TBC) erkrankt. Zwei Familienmitglieder wurden in den vergangenen Wochen mit Medikamenten auf der Isolierstation im Klinikum Uelzen behandelt und nun wieder nach Hause entlassen, nachdem die Ansteckungsgefahr gebannt war.

Ein drittes Familienmitglied konnte bereits nach den ersten Untersuchungen das Klinikum wieder verlassen, weil von der Person keine Infektionsgefahr ausging. Das teilt Prof. Friedrich Lübbecke, Chefarzt für Innere Medizin am Klinikum Uelzen, mit.

Parallel dazu testete das Gesundheitsamt Uelzen/Lüchow-Dannenberg rund zwölf weitere Personen auf TBC. Bei ihnen wurde durch Blut-Tests und Röntgen-Aufnahmen keine ansteckende Tuberkulose festgestellt, sagt Amtsarzt Dr. Gerhard Wermes. Es sei aber deutlich geworden, dass drei von ihnen schon zuvor Kontakt mit dem Erreger hatten und ihr Immunsystem reagiert hat. Die Erkrankung kam jedoch bislang nicht zum Ausbruch und somit geht derzeit auch keine Infektionsgefahr von den dreien aus. Sie werden nun von einem Lungen-Facharzt weiteren Tests unterzogen, die zeigen sollen, ob ein Ausbruch der Krankheit noch möglich ist. Gegebenenfalls werden sie mit Antibiotika behandelt.

Nach Angaben von Wermes wird die Erkrankung häufig erst in einem Stadium diagnostiziert, in dem bereits eine Ansteckungsgefahr besteht – so war es auch bei den Uelzenern. „Wahrscheinlich haben die Patienten schon sehr lange Symptome gehabt“, vermutet Lübbecke. Husten, Nachtschweiß, Schwächegefühl, Gewichtsverlust und schließlich auch Husten mit blutigem Auswurf sind die typischen Symptome. „In aller Regel wird man das zuerst einmal wie eine Bronchitis behandeln.“ Oft wird erst auf TBC getestet, wenn keine Besserung auftritt, um eine unnötige Röntgen-Strahlung zu vermeiden, erklärt Lübbecke.

In den vergangenen Jahren ist TBC bis zu vier Mal im Landkreis Uelzen aufgetreten, berichtet der Leiter des Gesundheitsamtes. Vor zehn Jahren waren noch etwa zehn Fälle pro Jahr üblich. „Die Tuberkulose ist seltener geworden, weil die Behandlungsmethoden und die allgemeinen Lebensverhältnisse deutlich besser geworden sind, aber es gibt sie noch und sie ist ernst zu nehmen“, warnt Wermes. Sein Kollege Lübbecke befürchtet in Zukunft wieder einen Anstieg der Erkrankungszahlen in Deutschland. „Es gibt Gebiete, die gefährlich sind“, erklärt er. Für Personen, die aus diesen Regionen einreisen wollen, hält er eine Untersuchung beim Gesundheitsamt für „keine besondere Härte“. „In den USA wird das auch gemacht.“ Und es gebe besondere Antibiotika, mit denen vorbeugend Menschen behandelt werden könnten, die Tuberkulose ausgesetzt sind.

„Tuberkulose kann lebensgefährlich werden, vor allem für Menschen, bei denen die Abwehr nicht mehr richtig funktioniert“, bestätigt Wermes. Patienten in Krebstherapie, Menschen mit Aids oder auch Kinder reagieren empfindlich. Wer zwei Wochen lang Husten hat, sollte an TBC denken, rät er. „In den meisten Fällen lässt es sich gut behandeln.“

Von Diane Baatani

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