Mitglieder des Uelzener Kirchenkreistags diskutierten über „Orientierungshilfe“ der EKD

Was Familie ausmacht

+
Eine verlässliche Gemeinschaft soll Familie sein – in welcher Form auch immer – darin waren sich die Mitglieder des Kirchenkreistags einig.

aja/ib Uelzen/Landkreis. Nach der Veröffentlichung der sogenannten Orientierungshilfe „Zwischen Autonomie und Angewiesenheit – Familie als verlässliche Gemeinschaft stärken“ im Juni dieses Jahres gab es Aufruhr.

Die verschrifteten Thesen der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), die alle Facetten des modernen Familienlebens und theologische Orientierung bieten soll, riefen zahlreiche Kritiker zu mehr oder weniger umfänglichen Kommentaren auf. Die Mitglieder des Kirchenkreistages zeigten sich von der umstrittenen Debatte um diese Orientierungshilfe in ihrer Sitzung am Mittwochabend in Nettelkamp allerdings nur wenig beeindruckt.

Der Referent Jens Peter Kruse befasste sich bei seinem Vortrag über diese Orientierungshilfe überwiegend mit den Statistiken der veränderten Familienstrukturen. Das Spannungsverhältnis Familie mit seinen veränderten Lebensformen warf die Fragestellung auf, ob denn auch die Werte sich veränderten und inwieweit dies in die Debatte eingebracht werden müsste.

„Kaum eine Denkschrift hat so hohe Wellen geschlagen“, bestätigte Kruse, daher täte man gut daran, sich mit dem Familienbegriff auseinanderzusetzen. „An der Basis werden viele Dinge schon anders gehandhabt“, stellte derweil Gabriel Siller vom Diakonieverband fest.

Es dürfe sich niemand ausgegrenzt fühlen, waren sich die Mitglieder des Kirchenkreistags an diesem Abend schließlich einig, dass dieses Thema in Ausschüssen weiter diskutiert werden solle. Wenn sich schon Eltern, die in anderen Lebensformen als der „heilig gesprochenen“ Familie lebten, nicht trauten, ihre Kinder taufen zu lassen, dann sei doch etwas verkehrt, hieß es am Rande der Veranstaltung.

Übrigens: Unter dem Titel „Die Orientierungshilfe in der Kontroverse“ finden sich auf 180 Seiten Beiträge von Kirchen-Profis und prominenten Kritikern und Kommentatoren zu dieser veröffentlichten Orientierungshilfe – unter anderem ein Interview mit Angela Merkel, eine Kommentierung von Rita Süssmuth und Jan Fedder kritisierte unter dem Titel „Endlich wird mal gestritten“. Die ehemalige Chefredakteurin der Frankfurter Rundschau titelte dazu am 26. Juni 2013: „Die verlorene Hölle“.

Kommentare