Christian Berg zeigt Dornröschen-Musical in Uelzen / Auftakt zur Grimm-Reihe

„Im falschen Märchen“

Was macht denn der Zwerg hier? Die Brüder Grimm sind in die Jahre gekommen und bringen beim Erzählen der Geschichte vom Dornröschen einiges durcheinander. Christian Berg und Joachim Quirin spielen die Schöpfer der Märchen-Klassiker. Fotos: Veranstalter

kt Uelzen. . Wenn der Froschkönig aus dem gleichnamigen Märchen und einer der sieben Zwerge aus „Schneewittchen“ plötzlich in der Geschichte vom Dornröschen auftauchen, ist irgendetwas durcheinander geraten.

Im Falle des Kinder-Musicals „Wachgeküsst“ von Christian Berg sind es die Schöpfer der Märchen selbst: Die Brüder Grimm sind in die Jahre gekommen und verwechseln beim Erzählen schon einmal die jeweiligen Protagonisten.

Am Freitag, 6. Januar, gastiert Berg mit seinem Bühnenstück im Uelzener Theater an der Ilmenau. Seit mehr als einem halben Jahr begeistert es über 20 000 Zuschauer in Hamburg und bricht damit „sämtliche Zuschauerrekorde“, so der Autor. Im neuen Jahr gehen er und sein Ensemble mit dem Dornröschen-Musical auf Tour. Auftakt ist am 3. Januar in Augsburg, auf den Termin in Uelzen freut sich der Künstler aber ganz besonders: „Ich spiele gern hier und die Vorfreude ist nach den ersten Auftritten in Süddeutschland besonders groß – ich bin einfach ein Nordlicht.“

Es ist schon fast ein Heimspiel: Das siebte Jahr in Folge ist Berg mit seinen Aufführungen in der Uhlenköperstadt zu Gast. Geschichten wie Peter Pan, Jim Knopf und das Dschungelbuch setzte er auf der Bühne um, nun hat er die Märchen der Brüder Grimm für sich entdeckt: Dornröschen bildet den Auftakt zu einer ganzen Serie von Musical-Versionen der Märchen-Klassiker, nächstes Jahr widmet sich Berg dem Schneewittchen. Seine Beziehung zu den berühmten Werken beschreibt der Künstler als zwiespältig: „Ich habe die Grimm-Märchen früher abgelehnt, sie waren so moralinsauer und auch brutal.“ Aus der Ablehnung wurde nun Bejahung. „Ich habe gemerkt, dass es bei den Kindern eine große Sehnsucht nach den alten Themen gibt und dass sie andererseits ganz genau wissen, was sie sich aus den Geschichten rausziehen müssen.“ Bei seinen Inszenierungen sorgt Berg außerdem dafür, „dass die Brutalität etwas entschärft und das Ganze etwas zeitgemäßer ist – ganz behutsam natürlich, die Geschichte als solche bleibt erhalten.“

Die Musik zu dem Stück lieferte einmal mehr Konstantin Wecker. Das Gespann Berg-Wecker arbeitet seit mehr als zehn Jahren erfolgreich zusammen und zählt zu den meistgespielten Theaterautoren Deutschlands. Nun widmen sie sich gemeinsam dem Grimm-Stoff. „Märchen sind wieder in“, erklärt Berg, „auch im Fernsehen laufen sie derzeit rauf und runter.“ Es sei der klassische Konflikt zwischen Gut und Böse, so der 45-Jährige weiter, der die Anziehungskraft der alten Geschichten ausmache. „Und die Botschaft, dass die Liebe am Ende siegt.“

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