Polizei zieht die Kriminal-Bilanz 2011: „Uelzen ist ein sehr sicherer Landkreis“

Die Fallen des Internets

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Das Internet machen sich auch viele Straftäter zunutze – und die Polizei hat nach eigener Einschätzung aus rechtlichen Gründen kaum Möglichkeiten, Informationswege nachzuvollziehen.

Uelzen. Die Festnahme von fünf mutmaßlichen Köpfen der in Ermittlerkreisen so genannten „Douglas-Bande“, die Tötung eines Neugeborenen durch die 20-jährige Mutter – in diesem Fall steht das psychiatrische Gutachten noch aus –

und ein Uelzener, der wegen mehr als 100fachen Provisionsbetruges zu einer mehrjährigen Freiheitsstrafe verurteilt wurde; das sind aus Sicht der Kriminalpolizei die außergewöhnlichsten Fälle des Jahres 2011. „Insgesamt aber leben wir hier in einem sehr sicheren Landkreis und auch Uelzen ist eine sehr sichere Stadt“, betonte gestern Polizeichef Dieter Klingforth.

Mit einer Aufklärungsquote von 66,5 Prozent liege die Uelzener Polizei weit über dem Landesdurchschnitt, „das ist ein Ergebnis einer sehr guten Zusammenarbeit von Dienststellen und Abteilungen“, erklärte der Polizeioberrat.

Sorgen bereitet den Ermittlern das Internet. Denn durch die fehlende rechtliche Möglichkeit, auf Verbindungsdaten der Telekommunikationsunternehmen zuzugreifen, würden die Nachforschungen erschwert etwa bei Straftaten wie dem Verbreiten pornografischer Bild- und Tonträger oder bei Betrügereien. „Eine Frau hat bei uns Anzeige erstattet, weil bei ihr widerrechtlich 1600 Euro für eine angebliche Nordlandreise abgebucht wurden. Wir konnten da nicht nachvollziehen, wer wann Zugriffsmöglichkeiten hatte“, schildert der Leiter des Kriminaldienstes, Jan-Olaf-Albrecht, ein Beispiel.

Für Dieter Klingforth ist es kein Zufall, dass es schon länger keine Großrazzien mehr in diesem Bereich der Kriminalität gab: „Es zeigt eben Wirkung, dass uns hier die Kontrollmöglichkeiten fehlen.“ Dabei wäre es wichtig, dass die Polizei ein waches Auge auf das Internet habe.

Deutlich gestiegen ist der Anteil Jugendlicher bei den Körperverletzungen. „Die Aufklärungsquote liegt hier mit 91,7 Prozent weiter auf sehr hohem Niveau und spricht für die richtige Präsenz des Streifendienstes an den Brennpunkten und seine schnelle Reaktion“, erklärt Albrecht. Weiter genau im Visier hat die Polizei dabei Veranstaltungen wie Abi-Feten und Vorfreude-Feten, die gezielt von schulfremden Gruppen genutzt werden, um Randale zu machen.

Positiv sieht die Polizei den von der Stadt beschlossenen Einsatz eine Streetworkers, um Brennpunkte wie den Bahnhof zu entschärfen.

Von Thomas Mitzlaff

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