Fakten noch vor Wahlen

Uelzen: Bis Sommer soll feststehen, wo und wie das Kreishaus gebaut wird

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Das bisherige Kreishaus steht seit 1954 an der Veerßer Straße. Es ist sanierungsbedürftig.

Uelzen. Politik und Verwaltung drücken beim Thema Neubau des Kreishauses aufs Tempo: Noch bevor im September für die kommenden fünf Jahre ein neuer Kreistag gewählt wird, sollen die wichtigsten Entscheidungen zum Bauvorhaben getroffen worden sein.

Wie der Erste Kreisrat Uwe Liestmann gestern auf AZ-Nachfrage in einem Pressegespräch sagte, werde bis zum Sommer geklärt sein, wo, wie und in welcher Form ein Kreishaus entstehe.

Beraten werden diese Fragen bisher in nicht öffentlichen Sitzungen von einer Projektgruppe sowie vom Kreisausschuss. Zum Standort war zuletzt von der Kreisverwaltung erklärt worden, dass verschiedene Grundstücke hinsichtlich ihrer Eignung für einen Neubau überprüft wurden. Um welche Flächen es sich handelt – dazu kein Kommentar. Und was die Finanzierung des Neubaus betrifft, so fällt die Antwort des ersten Kreisrates knapp aus. 29,6 Millionen Euro soll ein Neubau kosten. Es gebe verschiedene Finanzierungsmodelle, die betrachtet würden. In der Stadt Uelzen war der Rathaus-Neubau mit einem Leasingkonzept realisiert worden.

Nicht Gegenstand der Beratungen ist nach Aussage von Liestmann der Fall, dass ein neues Kreishaus durch eine Kreisfusion überflüssig werden könnte. „Eine Kreisfusion ist derzeit kein Thema“, sagte er der AZ. Wie berichtet, ist der Nachbarlandkreis Lüchow-Dannenberg im Rahmen seiner Entschuldung vom Land verdonnert worden, Fusionsverhandlungen zu führen. Eine entsprechende Passage findet sich in dem Entschuldungsvertrag Lüchow-Dannenbergs mit dem Land, wie das Innenministerium auf AZ-Anfrage bestätigte.

Naturgemäß wären mögliche Fusionspartner die angrenzenden Landkreise Uelzen, Lüneburg und womöglich auch der Altmarkkreis Salzwedel auf sachsen-anhaltinischer Seite. Pikant bei Uelzen und Lüneburg: Auch in ihren Zukunftsverträgen mit dem Land finden sich Klauseln zu einer möglichen Kreisfusion – zwar nicht so scharf formuliert wie im Fall von Lüchow-Dannenberg, aber: Weder Uelzen noch Lüneburg dürfen sich grundsätzlich Gesprächen verwehren.

Nach Aussage von Lüchow-Dannenbergs Landrat Jürgen Schulz gestern, habe es solche Gespräche bislang nicht gegeben. Voraussetzung für Verhandlungen seien entsprechende Beschlüsse der jeweiligen Kreistage. Diese gebe es aber nicht, sodass das die Partner für Gespräche fehlen.

Von Norman Reuter

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