Uelzener Schweine-Workshop lieferte Tipps für Züchtungsstrategien

Fachliches zu Ferkel und Co.

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Uelzen/Landkreis. Zwei Tage lang hat die Fachwelt der Schweinezucht bei einem Workshop getagt. Die Diskussion zwischen Wissenschaft und Praxis stand auch in diesem Jahr wieder im Mittelpunkt des 9.

Schweineworkshops, der in Uelzen unter der Federführung von Professor Ernst Kalm von der Agrar- und Ernährungswissenschaftlichen Fakultät der Christian-Albrechts-Universität Kiel, der Deutschen Gesellschaft für Züchtungskunde (DGfZ), dem Zentralverband der Deutschen Schweineproduktion (ZDS) und der Uelzener Allgemeinen Versicherung veranstaltet wurde.

Mehr als 100 Teilnehmer aus Wissenschaft, Ministerien, Zucht- und Besamungsorganisationen sowie Erzeugerringen und aus der Praxis kamen aus der ganzen Bundesrepublik nach Uelzen, um sich im Seminarhotel Deutsche Eiche fast 24 Stunden lang über Forschungsergebnisse und neueste Erkenntnisse auszutauschen. In 24 Vorträgen zu Struktur- und Entwicklungstendenzen, neuen Leistungsmerkmalen, aktuellen Gesundheitskonzepten, neuen Züchtungsstrategien wie die „Genomische Selektion“ und zu Fragen des Managements von Tierwohl, Ebermast und Nachhaltigkeit wurden wesentliche, die Schweineproduktion betreffende Themenbereiche bearbeitet, erzählt Theo Hölscher, Vorstandsvorsitzender der Uelzener Versicherungen, begeistert. „Es wurde bis tief in die Nacht diskutiert“, sagt der promovierte Agraringenieur und verrät, dass das – neben dem effizienten Ablauf, den die Teilnehmer des in der Fachwelt seit 20 Jahren etablierten „Uelzener Workshops“ besonders schätzen – auch ein besonderes Merkmal dieser „exklusiven“ Tagung sei. Im Dreijahrestakt veranstaltet die Uelzener Versicherung diese Fachtagung in Uelzen zu den Themen Rind, Pferd und Schwein. „In Uelzen verschafft sich die Fachwelt einen Überblick und reflektiert neueste Erkenntnisse und Entwicklungen“, so Hölscher.

Die Entwicklung des Fleischverbrauches wird bis 2020 auf über 370 Millionen Tonnen geschätzt, ein Drittel davon wird auf das Schweinefleisch entfallen und gut 40 Prozent, also rund 150 Millionen Tonnen, auf Geflügelfleisch – diese Info gab es zur Eröffnung des Workshops. China, USA, Deutschland, Spanien und Brasilien sind weltweit die führenden Staaten bei der Schweineproduktion. In Europa hat Deutschland einen Anteil von gut 23 Prozent, weshalb die deutsche Schweineproduktion mit zunehmender Globalisierung der Landwirtschaft unter enormem Anpassungsdruck stünde, hieß es. Während in der Praxis die Haltungsverfahren seit Jahren unter den Aspekten Tierschutz und Nachhaltigkeit weiterentwickelt werden, hat das Tierwohl breite Debatten ausgelöst und die moderne Tierhaltung in den Fokus der Politik gestellt.

In Uelzen stehen ausschließlich sachlich-fachliche Argumente im Mittelpunkt – gilt es doch, objektive Beurteilungskriterien für das Tierwohl wissenschaftlich zu erarbeiten. „Die gesellschaftliche Diskussion um mehr Umwelt- und Tierschutz sollte gemeinsam mit der Praxis geführt werden, denn die Landwirte waren und sind für den Dialog“, halten die Veranstalter fest. „Ideologische Argumente haben hier keinen Platz.“

Von Angelika Jansen

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