Und: City-Manager gehört abgeschafft – Uelzener Stadträtin legt Sparkonzept vor

Events nur im Wechsel

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Nach dem Sparkonzept der Stadträtin würde die Schlacht der Spielmannszüge beispielsweise nicht mehr jedes Jahr stattfinden, sondern im Wechsel mit anderen Veranstaltungen.

Uelzen. Mindestens 100 000 Euro jährlich könnten eingespart werden, ohne dass ein „kompletter Kahlschlag“ vonnöten sei.

Susanne Niebuhr (WIR für Uelzen) legt als erstes Mitglied des Uelzener Stadtrates öffentlich ein Sparkonzept vor, nachdem das Land der Stadt Uelzen die Daumenschrauben bei den Finanzen angelegt hat. egen eines hohen Defizits im Haushalt der Stadt für 2016 müssen mindestens 400 000 Euro aufgebracht werden (AZ berichtete). Für Niebuhr ist Uelzens City-Manager entbehrlich; sie fordert die Auflösung von kommunalen Gesellschaften. Und: Nicht jede Veranstaltung in der Stadt müsse auch jedes Jahr stattfinden, sagt die Ratsfrau. Die Events könnten „in größeren Abständen wohlplatzierte Höhepunkte“ sein, „auf die die Uelzener Bürger und Gäste sich freuen. “.

Gegenüber der AZ erklärt Niebuhr: Die jährlichen Aktivitäten müssten auf ein „Normalmaß zurückgefahren“ werden, um aus der finanziellen Misere herauszukommen. Heißt: Lediglich ein Event pro Jahr und zudem der Weihnachtszauber. Mehr nicht. Ein City-Manager ist dabei nicht mehr erforderlich.

Zurzeit hat Joachim Lotz diese Aufgabe inne. Sein Arbeitsvertrag sei zum nächstmöglichen Zeitraum zu kündigen, heißt es in einem Antrag Niebuhrs an die Stadt Uelzen, mit dem sich alsbald die Politik zu beschäftigen hat.

Für die Ratsfrau steht fest: Seine Arbeit könne im Rathaus geleistet werden, ohne dass dies zwangsläufig auf mehr Verwaltungspersonal hinausläuft. Niebuhr: „Durch Arbeitszeitverlagerung muss vielleicht an der einen oder anderen Stelle keine zusätzliche Neueinstellung vorgenommen werden.“

Nach den Vorstellungen der Stadträtin muss es auch schlankere Strukturen bei der Stadt geben, damit Geld gespart werden kann. Sie hat die Wirtschaftsförderungsgesellschaft und deren Tochter, die Kulturförderungsgesellschaft, dabei im Blick. Letztere wurde vor mehr als zehn Jahren aus der Taufe gehoben, als das „Hundertwasser“-Musical in Uelzen gerettet werden musste. Die Wirtschaftsförderungsgesellschaft, die – wie ihr Name verrät – gebildet wurde, um Uelzen als Standort für die Wirtschaft zu sichern und den Fremdenverkehr anzukurbeln, wird von der Stadt Uelzen (79 Prozent), von den Stadtwerken (14 Prozent) sowie vom Handelsverein (7 Prozent) getragen. Die Stadträtin plädiert für eine Auflösung der Gesellschaften.

Von Norman Reuter

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