Die Europa-Abgeordnete Rebecca Harms erlebte die Terroranschläge heute in Brüssel

Anschläge in Belgien: „Man kann es nicht verhindern“

Rebecca Harms Foto Olczyk / RebeccaHarms.jpg
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Im Uelzener Ortsteil Hambrock geboren: Die 59-jährige Rebecca Harms gilt als das Grünen-Gesicht des Widerstands gegen das atomare Zwischenlager Gorleben.

Uelzen/Brüssel. Als in der U-Bahn-Station Maelbeek eine Bombe explodiert, ist Rebecca Harms nur wenige hundert Meter Luftlinie vom Tatort entfernt, in ihrem Büro im Gebäude des Europäischen Parlamentes.

„Ich war noch dabei zu begreifen, was auf dem Flughafen passiert ist, als diese nächste Schreckensnachricht kam“, schildert sie heute unserer Zeitung. Die gebürtige Uelzenerin und Europaabgeordnete aus dem Landkreis Lüchow-Dannenberg ist zu dieser Zeit noch in großer Sorge um viele Parteifreunde, die sie aus verschiedenen europäischen Ländern in Brüssel erwartet, die meisten von ihnen wollten per Flugzeug anreisen. Doch mit ihnen in Kontakt zu treten, erweist sich als schwierig, denn in der ganzen Stadt sind alle Mobilfunknetze abgeschaltet – aus Angst, über Funktelefone könnten weitere Bomben ferngezündet werden.

Schwer bewaffnete Soldaten und Polizeieinheiten gehören schon seit Monaten zum Alltag in der belgischen Hauptstadt, sagt Harms. „Seit den Anschlägen von Paris hatten wir ohnehin eine sehr hohe Terrorwarnstufe.“ Doch jeder wisse auch, dass es die absolute Sicherheit nicht gebe: „Wenn sich jemand in einer Menschenmenge in die Luft sprengen will oder hineinschießt, dann kann man das letztlich nicht verhindern.“ Am Abend wollte sich Rebecca Harms auf den Weg zu ihrer Brüsseler Wohnung machen; zu Fuß, wie an jedem Tag. „Angst nützt einem nichts, es ist wichtig, das man sich vernünftig verhält“, sagt die Grünen-Politikern. Aber ein mulmiges Gefühl bleibe.

Mehr zu den Eindrücken von Rebecca Harms lesen Sie am Mittwoch in der gedruckten sowie auch in der digitalen Ausgabe.

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