Nach Missbrauchsvorwürfen in Braunschweig: Justizministerin setzt auf Neuanfang

Erste Jugendliche in Uelzen in Haft

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Justizministerin Antje Niewisch-Lennartz ließ sich von JVA-Leiterin Sabine Hamann die neue Jugend-U-Haft in Uelzen zeigen.

Uelzen. Die Jugend-Untersuchungshaft in der Justizvollzugsanstalt (JVA) Uelzen ist eröffnet worden.

Am Mittwoch besichtigte die niedersächsische Justizministerin Antje Niewisch-Lennartz die neue Abteilung mit 15 Haftplätzen, in der seit Dienstag die ersten vier Jugendlichen und Heranwachsenden untergebracht sind. Gestern wurden sieben weitere Häftlinge dort einziehen, die zuvor in der Jugend-U-Haft Braunschweig und Hameln einsaßen.

Damit wurde ein Ersatz geschaffen für die Jugendlichen-Untersuchungshaft in der Braunschweiger Abteilung der JVA Wolfenbüttel. Diese war geschlossen worden, nachdem im August ein 17-jähriger Inhaftierter einer Anstaltspsychologin mitgeteilt haben soll, von sechs Mithäftlingen misshandelt und sexuell genötigt worden zu sein. Die Braunschweiger Abteilung mit 21 Plätzen sei auf zwei Ebenen aufgeteilt gewesen, erläuterte gestern Niewisch-Lennartz, und habe einen Trakt mit drei Duschen gehabt. Wegen der räumlichen Gegebenheiten hätten die Überwachungsmöglichkeiten dort nicht ausgereicht. Das Personal hingegen habe hervorragende Arbeit geleistet, betonte sie.

Die Einweihung in Uelzen betrachtet sie daher als Neuanfang, der zeigen soll, dass das Thema ernst genommen wird. Dafür stehe auch das Konzept in der neuen Abteilung, versicherte sie sich bei den Mitarbeitern. In Hameln wird ebenfalls eine neue Jugend-U-Haft eingerichtet, die wie die Uelzener organisiert werden soll. Etwa 50 000 Euro wurden in den Umbau investiert, berichtete Helmut Lübbehüsen, Leiter des Sicherheitsbereichs.

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