Erste Interviewer unterwegs

Etwa 9400 Bürger im Kreis Uelzen werden ab dem 10. Mai im Rahmen der Volkszählung, des „Zensus 2011“, befragt. Die ersten Interviewer sind ab heute unterwegs und vereinbaren Termine. Foto: dpa

Uelzen/Landkreis. Wie sehen die Wohnverhältnisse der Bürger aus? Wie viele Menschen leben hier? Welche Bildung haben sie und wie ist ihr Familienstand? Diese und weitere Fragen werden vom 10. Mai bis zum 31. Juli bei der bundesweiten Volkszählung, dem „Zensus 2011“, ermittelt (AZ berichtete). Auch im Kreis Uelzen werden die so genannten Erhebungsbeauftragten mit Fragebögen von Haustür zu Haustür gehen. Einige von ihnen sind bereits ab heute in der Region unterwegs, unter anderem um ihren Erhebungsbezirk kennen zu lernen, sagt Kreissprecher Martin Theine.

„Dabei handelt es sich aber noch nicht um Zensus-Befragungen, sondern nur um Vorarbeiten. Die Interviewer werden dabei Termine mit den Bürgern für das Ausfüllen der Fragebögen vereinbaren“, erklärt Theine. Allerdings werden nicht alle Haushalte befragt, sondern stichprobenartig nur zehn Prozent der Bevölkerung – rund 9400 im Kreis Uelzen. Diese wurden vom Landesamt für Statistik nach dem Zufallsprinzip ausgewählt.

Alle Erhebungsbeauftragten wurden für ihre Aufgabe umfassend geschult, müssen ihren Dienstausweis vorzeigen und zudem die Datenschutzauflagen strikt einhalten, sonst machen sie sich strafbar, betont Theine. Im Gegenzug sind die Bürger laut Gesetz zu wahrheitsgemäßen Angaben verpflichtet. Lediglich die Auskünfte zu ihrer Religionszugehörigkeit sind freiwillig. „Die Befragungstermine werden schriftlich auf Ankündigungskarten mitgeteilt“, sagt Theine. Treffen die Interviewer die Bürger nicht an, werfen sie eine Terminbenachrichtigung in deren Briefkasten. Auch nach dem zweiten erfolglosen Besuch der Interviewer erhalten die betreffenden Haushalte eine solche Hinweiskarte. Wer sich aber weigert, den Fragebogen auszufüllen, dem drohen Geldstrafen zwischen 300 und 2000 Euro.

Bei der gemeinsamen Zensus-Erhebungsstelle für die Kreise Uelzen und Lüchow-Dannenberg haben sich etwa 270 Interviewer gemeldet – deutlich mehr, als benötigt werden. „Wir planen mit 103 Beauftragten im Kreis Uelzen, mit 65 in der Stadt Uelzen und mit etwa 70 in Lüchow-Dannenberg“, sagt Erhebungssteller-Leiter Martin Lankau.

Die große Zahl an Bewerbungen erleichtert der Behörde die Auswahl. Wichtige Kriterien sind dabei – neben dem zeitlichen Eingang der Bewerbung – die berufliche Qualifikation und die Wohnortnähe der Interviewer zu ihrem Erhebungsgebiet. „Und natürlich sind Zuverlässigkeit und Vertrauenswürdigkeit ganz wichtig“, betont Lankau. Sollte der Erhebungsstelle bekannt werden, dass Interviewer gegen die gesetzlichen Auflagen verstoßen, „dann werden wir in aller Schärfe dagegen vorgehen und die Beauftragten sofort ablösen“.

Von Bernd Schossadowski

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