Winterwetter und Vorfrühlingswärme sind typisch für den März

Erste Frühlingsgefühle

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In Norddeutschland knospen zum Teil schon die Kastanienbäume. Aber noch droht der sogenannte „Märzwinter“ mit Nachtwerten bis zu minus 15 Grad.

Uelzen/Landkreis. Nach den vielen kalten und düsteren Winterwochen werden Sonne und Wärme sehnlichst erwartet. Und tatsächlich machte uns das Wetter passend zum gestrigen meteorologischen Frühlingsanfang eine Freude.

Hinter einer nach Süden abziehenden schwachen Kaltfront kam zunehmend die Sonne raus.

Dieser positive Trend setzt sich am Wochenende grundsätzlich fort. Besonders heute scheint nach Nebelauflösung gebietsweise recht ausgiebig die Sonne, bevor zum Sonntag etwas Regen und Sprühregen einen kurzen Rückfall in trübe Zeiten bringen. Höchstwerte von 5 bis 7 Grad können wir erwarten und leicht frostige Nächte.

Ab Montag dann startet der Vorfrühling einen ersten Anlauf. Südliche Winde und anhaltender Sonnenschein lassen die Temperaturen zur Wochenmitte auf über 10 Grad steigen, bei weiterhin leichten Minusgraden in der Nacht. In der zweiten Wochenhälfte drängen voraussichtlich atlantische Tiefausläufer die Sonne zurück und beenden allmählich das niederschlagsfreie Wetter. Danach scheiden sich die Geister: Während ein Teil der Wettermodelle ab dem übernächsten Wochenende auf Regen und kühle Meeresluft aus Westen setzt, deuten andere Modelle einen scharfen Wintereinbruch aus Osten mit Schnee und regional sogar Dauerfrost an.

Das zeigt, dass sich der Winter noch nicht aufs Altenteil abschieben lässt. Klimatisch bildet der März nämlich erst die Brücke zwischen Winter und Frühling. Immerhin weisen die für unser Wohlbefinden wichtigen Wetterelemente nun deutlich nach oben. Seit der Wintersonnenwende am 21. Dezember hat mit der höher steigenden Sonne die Tageslänge bereits um zweidreiviertel Stunden zugenommen und steigt im März um weitere eindreiviertel Stunden an. Die mittleren Tageshöchsttemperaturen liegen im Kreis Uelzen bei 7,1 Grad, während die Sonne gewöhnlich schon über 100 Stunden (3,3 Stunden pro Tag) scheint, was gegenüber dem Februar eine Zunahme um mehr als die Hälfte ist. Zudem ist der März in der Regel einer der trockensten Monate des Jahres.

Doch bevor der Frühling sein blaues Band so richtig flattern lassen kann, droht uns noch der so genannte „Märzwinter“. Diese Witterungsperiode kann der ersten Monatshälfte noch ein tief winterliches Gepräge geben, mit Nachtwerten unter minus 10 Grad, manchmal sogar unter minus 15 Grad.

Die zweite Märzhälfte steht mit Temperaturen von 15 bis 20 Grad dann gewöhnlich im Zeichen des Vorfrühlings. So wie im superwarmen und trockenen März des vergangenen Jahres, als das Quecksilber im Kreis Uelzen bereits am 16. März bis auf 20 Grad kletterte und Väterchen Frost das Nachsehen hatte.

Ganz anders vor drei Jahren: 2010 zeigte der Monat mit Temperaturunterschieden von über 35 Grad, was in ihm steckt. Damals wurden wir aus tiefstem Winter in den Frühsommer katapultiert. Während das Quecksilber am 7. März in Uelzen auf minus 15 Grad sank, am Boden bis minus 19 Grad, war am 25. März bei strahlendem Sonnenschein und 21 Grad schon Angrillen im Freien angesagt. Mit minus 20, beziehungsweise plus 23 Grad liegen die regionalen Bestmarken aber noch deutlich weiter auseinander.

Hintergrund dieser enormen Temperaturgegensätze ist die Tatsache, dass in der Arktis nach der langen Polarnacht erst im März die niedrigsten Temperaturen gemessen werden, während sich die Luft in subtropischen Breiten schon deutlich erwärmt hat. Bei entsprechenden Wetterlagen mit nördlichen, beziehungsweise südlichen Winden sind dann Winter und Frühsommer innerhalb weniger Tage möglich.

Von Reinhard Zakrzewski

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