Atempause bis August

Erst im Sommer muss Kreis Uelzen wieder Flüchtlinge aufnehmen

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Als der Zustrom groß war, wurden Flüchtlinge in Uelzener Turnhallen untergebracht. Helfer unterrichteten die Hilfesuchenden. Jetzt ist die Situation entspannter.

Uelzen/Landkreis. Bis August muss der Landkreis Uelzen keine weiteren Flüchtlinge mehr aufnehmen. Die zuletzt herausgegebene Zuteilungsquote wurde bereits erfüllt, und neue Vorgaben zur Aufnahme von Flüchtlingen will das Land erst Ende Juli wieder machen.

Das habe das niedersächsische Innenministerium dem Landkreis in einem Schreiben mitgeteilt, sagte gestern der Erste Kreisrat Uwe Liestmann auf AZ-Anfrage.

Derzeit leben im Kreis Uelzen 1202 Flüchtlinge, die über die Zuteilung des Landes unterzubringen waren. Zu Veränderungen bei der Zahl könne es ungeachtet des Zuteilungsstopps entweder durch Abschiebungen oder aber durch die Möglichkeit des Familiennachzuges kommen, erläuterte Uwe Liestmann. Mit 258 Männern und Frauen bilden die Syrer zurzeit die größte Flüchtlingsgruppe im Landkreis Uelzen. Ihnen ist es erlaubt, ihre Familien nach Deutschland zu holen – sie würden im Sinne der Familien-Zusammenführung dann auch im Kreis Uelzen untergebracht.

Was die Abschiebungen im Landkreis Uelzen und Überstellungen von Flüchtlingen in ihr erstes Anlaufland betrifft, so wurden in den ersten drei Monaten 13 Männer und Frauen in ihr Heimatland zurückgeführt und vier Flüchtlinge in ein anderes Land überstellt, informierte gestern Uwe Liestmann. 13 weitere Abschiebungen seien eingeleitet. Auch würden Flüchtlinge von sich aus wieder die Rückreise antreten. Vor allem Männer und Frauen aus Montenegro, Albanien und Serbien hätten erklärt, dass sie für sich keine Zukunft in Deutschland sehen. Die Zahl der freiwilligen Ausreisen beziffert Uwe Liestmann auf 27 in den zurückliegenden Monaten.

Liestmann spricht von einer Entspannung bei der Flüchtlingsfrage, was die Zahlen betreffe. Die Kreis-Mitarbeiter seien ungeachtet dessen täglich gefordert. Und es bleibe abzuwarten, wie sich die Zahl der Flüchtlingsankünfte in Deutschland entwickle.

Von Norman Reuter

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