Verkäufer auf dem Wochenmarkt kämpfen gegen die Kälte / Nur die Hälfte der Anbieter vor Ort

Erst süß und dann matschig

Besonders früh aufgestanden: Landwirt Sigfried Melzer und seine Schwester Sabine Melzer-Beyer. „Mit den Temperaturen sinken auch die Verkaufszahlen, aber einige treue Kunden kommen immer.“

Uelzen. Bei einigen Ständen auf dem Uelzener Wochenmarkt mussten die Kunden gestern erst einmal den Eingang suchen. Denn wegen der eisigen Temperaturen hatten die Anbieter von kälteempfindlichen Waren ihren Verkaufsplatz mit Planen gegen die frostige Luft geschützt.

„Möhren und Steckrüben können die Kälte ganz gut ab“, erklärt Sigfried Melzer, „aber die Kartoffeln zum Beispiel werden erst süß und dann matschig. “.

Sein Stand gehört zu den verhüllten Exemplaren, an beiden Seiten strömt warme Luft unter das Planen-Konstrukt. Eine Kombination aus Gastank und Gebläse sorgt für die richtige Temperatur. Um seine Ware heute auf dem Markt anbieten zu können, musste er eine Stunde früher aufstehen: Aufbau des Standes und Ausladen der Ware dauern unter diesen Umständen etwas länger.

Immerhin ist Melzer gerüstet, viele seiner Kollegen haben sich erst gar nicht auf den Weg gemacht. „Normalerweise sind es 50 Stände“, berichtet Marktmeisterin Anjela Ille, „aber die Hälte ist heute nicht gekommen.“ Sollten die Temperaturen weiter fallen, wird auch Martina Lütkens nicht mehr dabei sein: „Das ist jetzt gerade der kritische Bereich“, sagt die 46-Jährige. Die Blumen, die sie verkauft, gingen sonst kaputt. Wie auch Landwirt Melzer verpackt sie ihre Ware besonders gut und rät den Kunden, sich damit nicht mehr allzu lange in der Kälte aufzuhalten. „Die Schnittblumen lässt man sich Zuhause am besten kurz akklimatisieren und erneuert dann die Anschnittfläche“, ergänzt Lütkens. Bei Norbert Reller ist nur der Bereich hinter der Theke geheizt, seinen Wurst- und Fleischwaren machen die aktuellen Temperaturen noch nicht zu schaffen. „Bei minus 20 Grad wird es kritisch, dann gefriert die Ware und man kann sie nicht mehr schneiden“, erläutert der Fleischermeister. Sollte es tatsächlich soweit kommen, würde es also ziemlich leer auf dem Wochenmarkt.

Von Karsten Tenbrink

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