Dütt und Dat up Platt

Erntedankdag

Sündag is wedder Erntedankfest. Kott na dan 2. Weltkrieg harn de Lüüd nix to äten. Domals wärn de Erntedank-Gottesdienste proppe vull. Vör 1 Monat krägen se up Lebensmittelkorten, von 25. 6. 45 bet ton 22. 7. 11945 gerade mal 7500 Gramm Brot, also jüst mal knapp 250 Gramm pro Dag. Fleesch 25 Gramm pro Dag.

Wie süt dat hüt ut. Wenn du mal in Internet kiekst, steiht (zeit-online), jährlich ward etwa bi uns elf Million Tonnen Lebenssmittel in Müll schmetten! De hebbt so ungefär eenen Wert von 21 Milliarden. Pro Kopp 81 Kilo, ungefär 235 Euro.

Jeder achte in de Welt geiht aber hungrig to Bett. 870 Milionen Minschen hebbt nich genoch to äten. Wenn de Läbensmittelpriese stiegt kriegt de Buurn de Schuld. Öwer 800 Brötchen könn ik 1955 vör eenen Dopelzentner Weeten köpen, hüt blot noch 50. De Andeel an Mehl in de Brötchen is knapp 2 Cent. Stiggt de Brötchenpries, heet dat, de Getreidepries is Schuld. Hebbt jü all mal markt wenn de Getreidepries fallt, dat de Brötchen billiger ward? Vör een Liter Melk kriggt de Buur jüst mal 36 Cent. Geihst in Kroog, bestellst een lütget Glas Selters, bist 2 Euro los. Dat sind 8000 Euro vör een Kubikmeter Wader. De Ackerfächen ward ümmer weniger.

Har man 1950 pro Person noch 5000 Quadratmeter to Verfügung, so sind dat in Johr 2025, so schätzt man, blot noch 2025 Quadratmeter.

Mit 10 Köh, 30 Schwien, 50 Höhner und 35 ha Land, könn een Buur vör 50 Johr sien Familie good ernähr’n. Hüt sind de Buurn spezialisiert und möt groode Ställ boon oder Land topachten, üm noch kloor to kommen. Denn kamt de Reporter, sökt solang, bet se een kranket Hohn oder een kranket Schwien fotografiern könnt. Dat Bild ward denn wochenlang in de Presse oder in Fernsehn zeigt. Natürlich is dat wichtig, dat Buurn, de keene ordentliche Wirschaft hebbt, anklagt ward. Biller öwer goode Tierhaltung, ward nich fotografiert und veröffentlicht.

Wie brukt moderne Landwirtschaft üm de Welt to ernährn. Ohne Sprüttmittel und Dünger ward dat nich gahn. As 1916 de Krautfäule de Kartüffelaarn vernichtet het, mössen de Lüüd Stäkröben äten. Gäw noch keen Kupfermittel. Uns Plantenschutzmittel-Verordnung sorgt dorvör dat alles kontroliert ward. De Buurn möt extra eenen Ruum vör de Sprüttmittel inrichten. Solt is giftiger as 92 Prozent von uns Plantenschutzmittel. Na düsse Verordnung dörf Solt gornich in de Köök uppbewohrt warn. Up de Dosis kummt dat an. Frag mik blot, worüm hüt de Minschen alle öller ward. Wie alle glöw ik, söllt froh wäsen in Dütschland, dat uns dat good geiht und wie nich hungern möt.

An uns Schüün steiht de Spruch: „Alle Ursprung kummt ut Gottes Hand, ok du o Minsch, drum segg em Dank. An Erntedankdag is Tied doorto.

Carl-Friedrich Bautsch lebt in Groß Hesebeck, ist ein Kenner der hiesigen Geschichte und Plattsnacker aus Leidenschaft.

Von Carl Friedrich Bautsch

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