Haushalt 2016: Defizit von 3,4 Mio. Euro

Erneut sattes Minus für Uelzens Kasse

Uelzen. Die Finanzen bleiben das Sorgenkind der Stadt Uelzen. Nach einem Haushalt mit einem Defizit von fast 9,2 Millionen Euro in diesem Jahr, erwartet die Stadt auch 2016 wieder ein sattes Minus.

Wie der Erste Stadtrat und Uelzens Kämmerer Florian Ebeling auf AZ-Anfrage mitteilt, weist der erste Haushaltsentwurf für das kommende Jahr ein Defizit von rund 3,4 Millionen Euro auf.

Florian Ebeling

In 2015 hatte ein Einbruch der Gewerbesteuern das Loch in den Haushalt gerissen. Vor allem das Unternehmen Nordzucker war als Gewerbesteuerzahler weggebrochen. Im kommenden Jahr seien die Gewerbesteuern „wieder viel besser“, sagt Kämmerer Ebeling, aber die Einnahmen für die Stadt seien nicht auskömmlich, um alle geplanten Ausgaben zu decken. So plant die Stadt Uelzen neben Investitionskrediten für Bauvorhaben auch sogenannte Liquiditätskredite aufzunehmen. Letztere sind vergleichbar mit Dispokrediten für Privathaushalte, für die es keine Gegenwerte gibt und für die zumeist auch höhere Zinsen zu zahlen sind. Vor einer Entschuldung Uelzens durch das Land Niedersachsen 2013 mit Hilfe eines Zukunftsvertrages hatte die Stadt bereits mit Liquiditätskrediten von mehr als 40 Millionen Euro zu kämpfen. Für 2016 wird eine Geldaufnahme mit Liquiditätskrediten in Höhe von 134 800 Euro erwartet, informiert Ebeling. Investitionskredite werden in Höhe von 2,03 Millionen Euro erforderlich.

Wie hoch mit dem erneuten Defizit im Haushalt 2016 der Schuldenstand der Stadt ist, ist derzeit noch unklar. Das aktuelle Haushaltsjahr sei noch nicht zu ende, es könne noch zu Änderungen kommen, sagt Ebeling. Zudem stünden die politischen Beratungen zu dem nächsten Haushalt noch aus, bei denen die Gewählten noch Einsparungen oder weitere Ausgaben beschließen könnten.

Von Norman Reuter

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