Herbstdüngung mit Gülle: Kreislandwirt kritisiert „pauschale“ Einschränkung

Erlass trifft Bauern hart

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Uelzen/Landkreis. Ein neuer Erlass des niedersächsischen Landwirtschaftsministeriums zur Herbstdüngung wird nach Einschätzung von Kreislandwirt Thorsten Riggert weitreichende Folgen für die Bauern in der Region haben.

Weil bei Grundwasserbeprobungen im Land teilweise ein Anstieg von Nitratwerten festgestellt wurde, schränkte Landwirtschaftsminister Christian Meyer (Grüne) nun die organische Düngung mit Gülle oder Jauche im Herbst ein. Fachleute führen die stärkere Belastung des Wassers auf eine unsachgemäße Düngung mit organischen Nährstoffen zurück. In einigen Regionen Niedersachsens werde nach der Ernte der Hauptfrucht über das notwendige Maß mit Gülle gedüngt, ohne dass nachfolgend angebaute Pflanzen diese Nährstoffe aufnehmen könnten, erklärte dazu der Minister.

Thorsten Riggert kann für die hiesige Region dies ausschließen und er sieht die „pauschale Lösung“ kritisch: „Das Ministerium macht es sich in dieser Frage zu einfach, weil es eine Beschränkung für das gesamte Land durchsetzt. Dabei ist die Beschaffenheit der Böden unterschiedlich“, erklärt der Kreislandwirt. In der Heide seien die Ackerböden sehr leicht, damit verfügten sie über geringere Speicherkapazitäten, was auch Auswirkungen auf die Versorgung der Pflanzen mit Nährstoffen habe. So müsse intensiver als andernorts gedüngt werden und ein Behandeln des Bodens vor der Saat sei wenig wirksam. Riggert weist in diesem Zusammenhang auf die Versuchsstation in Hamerstorf hin, in der durch Untersuchungen die Unterschiede der Böden und auch der Speicherkapazitäten ermittelt würden. Mit den pauschalen Einschränkungen des organischen Düngens im Herbst jedenfalls werde den Landwirten in der Region kein Gefallen getan: „Es wird zur skurrilen Situation kommen, dass die Bauern wegen des vorhandenen Bedarfs an Nährstoffen für die Nachfrüchte mineralischen Dünger kaufen müssen. Für die aber noch vorhandene Gülle werden wiederum größere Lagerstätten gebaut, damit sie dann im Frühjahr ausgebracht werden kann“, schildert Riggert aus seiner Sicht die Konsequenzen aus dem Erlass. Die Bauern müssten Geld in die Hand nehmen, unterm Strich gebe es jedoch für die Region keine Verbesserung.

Der Landesbauernverband habe, so Riggert, auf diese Widersprüche auch schon hingewiesen, sei allerdings beim Ministerium auf taube Ohren gestoßen.

Von Norman Reuter

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