Kostenfrage: Politik entscheidet womöglich nicht mehr im April über ÖPNV-Konzept

„Erheblicher Gesprächsbedarf“

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Symbolfoto

Uelzen/Landkreis. Die Routen sind ausgearbeitet, die Nummern für die einzelnen Linien bereits vergeben, doch wann der erste Bus nach dem für den Landkreis Uelzen überarbeiteten Fahrplan losrollen wird, ist noch unklar. Erst recht nach den jüngsten Entwicklungen.

Angestrebt wird eine Umsetzung des neuen ÖPNV-Konzeptes zum 15. Dezember. Vorher, so hatte die für den Nahverkehr im Kreis zuständige Regionalbus Braunschweig GmbH (RBB) erklärt, könne angesichts der langen Liste der anstehenden Aufgaben die Umsetzung des Konzeptes nicht erfolgen. Und um loslegen zu können, so hatten sowohl RBB als auch die Verkehrsgesellschaft Nordost Niedersachsen (VNO), die den ÖPNV im Kreis überarbeitet hatte, während der Sitzung des Wirtschaftsförderungsausschusses Anfang April betont, benötige man das Ja der Politik. Eine Entscheidung über das Verkehrskonzept wird jedoch voraussichtlich nun nicht mehr, wie geplant, in diesem Monat fallen. Bereits einmal verschoben, sollte der Kreisausschuss am 30. April über das Konzept abstimmen. Wie es gestern nun aus dem Kreishaus hieß, ist fraglich, ob das ÖPNV-Konzept auf der Tagesordnung stehen wird. Knackpunkt ist die Finanzierung des Konzeptes.

Wie Kreissprecher Martin Theine informierte, habe der Wirtschaftsförderungsausschuss empfohlen, für die Umsetzung der Optimierungen mit der RBB einen jährlichen Festpreis zu vereinbaren. „Diesbezüglich mit der Regionalbus Braunschweig GmbH zwischenzeitlich geführte Gespräche haben ergeben, dass RBB zwar grundsätzlich mit einem Festpreis für die Umsetzung der Liniennetzoptimierung einverstanden ist. Bislang hat die RBB jedoch keine konkreten Vorstellungen zur Höhe eines solchen Festpreises nennen können“, so Kreissprecher Martin Theine. Zum Hintergrund: Die bisherigen Aussagen zu den Kosten beruhen auf Schätzungen aufgrund der ermittelten Kilometer. Der Fahrplanentwurf sieht allein im Linienverkehr 1,98 Millionen Kilometer pro Jahr vor. Hinzu kommen könnten noch einmal bis zu 1,25 Millionen Kilometer, wenn alle Fahrten, die über Rufbusse abgedeckt werden, stattfinden. Eine detaillierte Kostenaufstellung müsse noch erfolgen, hatten RBB und VNO in den vergangenen Wochen erklärt (AZ berichtete). „Es besteht noch erheblicher weiterer Gesprächsbedarf, vor dessen Hintergrund das Thema auch nicht auf der Tagesordnung der Sitzung des Kreisausschusses am 30. April stehen wird, sollte RBB ihre Aussagen zu den Kosten nicht kurzfristig präzisieren können“, so Kreissprecher Martin Theine.

Von Norman Reuter

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