Ramadan N. und Suleiman K.: Erst Ermittlung wegen Drogenhandels, dann Verdacht auf räuberische Erpressung

Entlarvt durch Überwachung der Handys

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Symbolfoto

dib Uelzen/Lüneburg. Wegen des Verdachts auf Drogenhandel wurden die Handys von drei Uelzenern abgehört. Ganz nebenbei stellten die Ermittler durch Zufall fest, dass die Verdächtigen noch mehr auf dem Kerbholz haben könnten: eine schwere räuberische Erpressung.

Im Prozess gegen Ramadan N. und Suleiman K. aus Uelzen hat die 3. große Strafkammer des Landgerichts Lüneburg alle Beteiligten über die Beschlüsse des Amtsgerichts Lüneburg zur Überwachung der Telefongespräche informiert.

Demnach war im Jahr 2011 die Genehmigung zur Handy-Überwachung erteilt worden. Mobilfunkgeräte von Ramadan N., Suleiman K. und Arben P. wurden abgehört, was zu dem Verdacht führte, dass sie zwischen Juli und November 2011 Drogen in nicht geringer Menge gekauft und damit gehandelt hätten. Auch Drogenfahrten nach Hamburg waren aufgezeichnet und Kontakte zu Hamburger Lieferanten ermittelt worden, wie aus den Beschlüssen des Amtsgerichts hervorgeht. Die Polizei vermutete, dass der 26-jährige Ramadan N. für diese Taten über einen gesonderten Mobilfunkanschluss verfügte.

Das Verfahren wegen Drogenhandels verlief abgetrennt von dem aktuellen Prozess, in dem Ramadan N. und Suleiman K. sich wegen schwerer räuberischer Erpressung verantworten müssen. Wie berichtet, war der 26-Jährige wegen Handels unter anderem mit Kokain, Amphetaminen und Marihuana in nicht geringer Menge und wegen des Erwerbs einer Pistole und Munition am 19. Juli 2012 zu einem Jahr und sechs Monaten Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt worden. Der 24-jährige Suleiman K. hatte wegen Beihilfe eine zehnmonatige Bewährungsstrafe erhalten. Im Rahmen des aktuellen Verfahrens hatte die Vorsitzende Richterin, Sabine Philipp, in Frage gestellt, ob für Ramadan N. vor dem Hintergrund der Bewährungsstrafen noch eine Bewährung möglich sein könnte. Die Verhandlung wird am 5. November mit der Vernehmung von Zeugen fortgesetzt.

Der 38-jährige Arben P. war bereits in einem anderen Verfahren wegen Körperverletzung mit Todesfolge in Hamburg zu sieben Jahren Haft verurteilt (AZ berichtete) und daher dieses Lüneburger Verfahren gegen ihn eingestellt worden. Das Hamburger Urteil ist jedoch noch nicht rechtskräftig: Arben P. wartet auf das Ergebnis eines Revisionsantrags.

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