In Uelzen klappte es nicht

Enkeltrick: Zwei Angeklagtevor Gericht

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Symbolfoto

Uelzen/Lüneburg. „Na, weißt du, wer hier ist?“ So oder ähnlich fingen mehr als zehn Telefonate von Mittätern eines Enkeltrick-Betrüger-Ringes im vergangenen Mai an.

Seit gestern sitzen eine 18-Jährige und ein 28-jähriger Mann auf der Anklagebank der Großen Jugendkammer am Landgericht Lüneburg, die laut Anklage der Staatsanwaltschaft mit dieser Masche im Mai rund 15 000 Euro von älteren Menschen in der Umgebung von Uelzen erbeutet haben. Sie sprachen ihre überwiegend älteren Opfer mit „Oma Irene“ oder „Tante Inge“ an und erzählten, dass ihre Enkel oder Neffen auf dem Weg, sie zu besuchen, einen Verkehrsunfall erlitten hätten und dringend Geld bräuchten.

In Uelzen klappte der Trick nicht, aber in Dannenberg, Lüneburg, Gifhorn und Hamburg machten sich die Opfer „zutiefst erschreckt“, so der Vorsitzende der Jugendkammer, Axel Knaack, auf den Weg, das Geld zu besorgen und den Anweisungen des Anrufers zu folgen, um die Geldübergabe an eine angebliche Vertrauensperson des verletzten Angehörigen zu ermöglichen. Wenn die beiden Angeklagten ein glaubhaftes und nachweisbares Geständnis ablegen, hat der Mann mit einer Freiheitsstrafe zwischen drei Jahren und drei Monaten bis zu drei Jahren und neun Monaten und die nach Jugendrecht zu beurteilende 18-Jährige mit einer Bewährungsstrafe von 18 bis 24 Monaten zu rechnen. Laut Informationen der Ermittler verbirgt sich hinter den Tätern in der „vorderen Reihe“ ein Ring organisierter Kriminalität. So seien laut Staatsanwalt die beiden im Mai insgesamt drei Mal nach Polen gefahren, um die Beute dort abzuliefern.

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