Seit 0.05 Uhr führt der Verkehr durch Stadt und über den Johnsburg-Kreisel

Engpass: Die Brücke ist dicht

Kurz nach Mitternacht ist die Greyerbrücke endgültig gesperrt worden: In den nächsten 13 Monaten wird der Verkehr der Stadt umgeleitet. Foto: Ph Schulze

Uelzen. Das letzte Fahrzeug auf der Greyerbrücke in diesem Jahr war ein schwarzer Passat, der um 0. 05 Uhr die Baustelle verließ. Erst in der Nacht zu heute – und nicht, wie bisher geplant gegen Mittag – wurde die Brücke über die Ilmenau gesperrt.

Den gesamten Nachmittag und Abend waren gestern Fahrzeuge der Firma Falko Steinberg aus Reinbek in Schleswig-Holstein in der Stadt unterwegs. Sie stellten Umleitungsschilder auf, die ersten gegen 14. 15 Uhr an der Kreuzung Veerßer Straße/Celler Straße, um Fahrzeuge, die aus Richtung Holdenstedt kommen, über den Bohldamm und die Albrecht-Thaer-Straße zu leiten. Bis in die tiefe Nacht zum heutigen Tag waren die Mitarbeiter damit beschäftigt, die Umleitungen für Uelzen einzurichten: 96 Umleitungsschilder, 51 Vorankündigungsschilder sowie 50 Verkehrsschilder, beispielsweise für Vorfahrtänderungen, haben sie aufgestellt.

„So viel Aufwand für so eine kleine Brücke“, meinte der Vorarbeiter Stephan Wolf gestern, während er an den Verkehrstafeln der Stadt die Abzweigungen Richtung Greyerbrücke mit Kreuzen überdeckte. „Aber es ist eine Hauptverkehrsader, da kann das mal sein“, räumt er ein. Aus Erfahrung hat er eine Vorausschau auf die kommende Zeit: „Die ersten drei, vier Wochen wird es Chaos geben. Danach legt sich das dann – dann finden die Leute ihre Wege“.

Offenbar waren die Uelzener schon vor der Sperrung dabei, ihre Wege zu finden. Mehrere Bewohner stellten fest, dass die Straßen hin zur Greyerbrücke und von ihr weg schon am Vor- und Nachmittag merklich weniger befahren waren als an anderen Tagen: Autofahrer fingen offenbar bereits vor der Sperrung an, die Umleitungen zu fahren.

Die Busfahrpläne waren nach Auskunft der Stadtwerke Uelzen bereits seit den ersten Linien am frühen Morgen ab 6.13 Uhr auf den neuen Fahrplan umgestellt. Obwohl das noch nicht nötig gewesen wäre, denn die Greyerbrücke war noch frei befahrbar. Aber mit der späten Sperrung hatte keiner gerechnet: Die Stadt hatte, so erklärt Sprecher Jörg Deumann, dem Unternehmen aus Reinbek die Verkehrsgenehmigung erteilt, um die Umleitungsschilder zu setzen. Eine Zeitvorgabe war nicht vereinbart worden. Alles weitere ergebe sich aus der Absprache von der Falko Steinberg GmbH und der Firma Gerald Peters (GPR) aus Bad Bodenteich. Die GPR wird ab heute an der Greyerbrücke neue Versorgungsleitungen unter die Ilmenau setzen – die Rohre liegen seit einigen Tagen sichtbar am Parkplatz an der Veerßer Straße bereit. Sie sind der Ersatz für die Leitungen, die bisher unter der Brücke hängen (die AZ berichtete).

Ab heute werden dann 16 000 Fahrzeuge, die sonst täglich über die Greyerbrücke fahren, über Umleitungen aus allen Himmelsrichtungen in die Stadt oder aus ihr heraus geleitet.

Von Kai Hasse

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