Millionen-Investition auf Uelzener Kläranlage geplant: Neues Blockheizkraftwerk soll mehr Strom erzeugen

Energie sparen mit modernen Modulen

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Die Uelzener Stadtentwässerung will auf der Kläranlage ein neues Blockheizkraftwerk errichten. Es soll deutlich mehr Strom als bisher produzieren und dadurch Kosten sparen.

Uelzen. Der Stromzähler in der Uelzener Kläranlage arbeitet auf Hochtouren. „Wir verbrauchen jeden Tag zwischen 6000 und 6500 Kilowattstunden Strom“, sagt Dietmar Kahrs, Betriebsleiter der Stadtentwässerung.

Zum Vergleich: Ein Vier-Personen-Haushalt benötigt durchschnittlich 4000 Kilowattstunden – und zwar pro Jahr. Doch die Zahlen täuschen: Die Kläranlage hat ihren Stromverbrauch in den vergangenen Jahren deutlich verringert. Um noch mehr Energie einsparen zu können, wird demnächst für rund eine Million Euro ein neues Blockheizkraftwerk (BHKW) installiert. In diesem wird Strom aus dem Methangas der Faulbehälter erzeugt.

„Die geplante Anlage ist leistungsstärker und hat einen höheren Wirkungsgrad als die alte aus dem Jahr 2006“, erklärt Kahrs. Das bedeutet: Sie kann mit geringerem Energieverbrauch mehr Strom als bisher produzieren. Dazu werden die beiden bestehenden Module des BHKW, die zusammen 250 Kilowatt Strom pro Stunde erzeugen, durch zwei moderne Module mit einer Gesamtleistung von 360 Kilowatt pro Stunde ersetzt. Die Inbetriebnahme ist laut Kahrs für Mai geplant.

„Wir wollen unsere Kläranlage zu hundert Prozent energieautark betreiben“, nennt der Betriebsleiter das Ziel. Dazu soll immer mehr Strom selbst produziert und weniger Energie aus dem Netz bezogen werden. Auf diesem Weg sei die Kläranlage schon ein großes Stück vorangekommen, erläutert Kahrs. So sei es unter anderem durch technische Umrüstungen im Belebungsbecken gelungen, große Mengen Energie einzusparen. Wurden 2007 noch etwa vier Millionen Kilowattstunden Strom pro Jahr verbraucht, waren es im vorigen Jahr nur noch 2,5 Millionen. Davon wurden rund 80 Prozent selbst erzeugt.

Doch das moderne Blockheizkraftwerk ist nicht die einzige geplante Investition auf der Kläranlage. Für weitere 550 000 Euro soll im Frühjahr auch eine neue Anlage zur thermischen Desintegration errichtet werden. Dabei handelt es sich um einen Reaktor, in dem Überschuss-Schlamm mit Wärme und Natronlauge behandelt wird. Das führt dazu, dass organische Substanzen stärker abgebaut werden und zugleich größere Mengen Gas entstehen. Aus diesen lässt sich wiederum mehr Strom erzeugen. Die neue Anlage werde sich schon daher nach wenigen Jahren rentieren, sagt Kahrs. „Denn derzeit zahlen wir pro Jahr rund 100 000 Euro für den Strom-Bezug.“

Von Bernd Schossadowski

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