Eltern-Umfrage im Frühjahr

Uelzen/Landkreis. Die Eltern der derzeitigen Grundschulkinder werden noch in diesem Frühjahr befragt, ob sie ihre Kinder auf eine Integrierte Gesamtschule (IGS) im Gebäude der derzeitigen Theodor-Heuss-Realschule schicken würden. Mit der Mehrheit von SPD und Grünen gegen die Stimmen der CDU- und FDP-Vertreter machte der Schulausschuss der Stadt am Dienstagnachmittag den Weg für eine Elternbefragung frei. Dabei soll der Wille der Erziehungsberechtigten aller Grundschulen im Kreis ermittelt werden. Eine IGS-Neugründung muss 120 Schüler pro Jahrgang nachweisen können.

„Ob es zu einer IGS kommt, wird maßgeblich vom Elternwillen abhängen“, betonte Uelzens Erster Stadtrat Jürgen Markwardt: „Sie werden jetzt unmittelbar beteiligt.“ Markwardt kündigte einen Fragebogen an, der mit der Landesschulbehörde entwickelt werde und der „eine vernünftige Erklärung liefert, was eine Integrierte Gesamtschule ist“. Die Information soll auch in verständlicher Form Unterschiede zur geplanten Oberschule beziehungsweise zur kooperativen Form einer Gesamtschule herausarbeiten. Daneben plant die Stadt direkte Elternveranstaltungen. Eine neue Gesamtschule werde es frühestens zum Schuljahr 2012/13 geben, betonte der Erste Stadtrat. Als Standort komme nur die jetzige Theodor-Heuss-Schule mit der Schillerschule in Betracht. Anderswo lasse sich der Bedarf von 30 Klassenräumen nicht darstellen.

Die Debatte im Ausschuss verlief entlang der gewohnten Fronten. SPD-Schulsprecher Jörg Kramer unterstrich, dass seine Fraktion den Antrag auf eine IGS stellt, „um im Landkreis die Möglichkeit für eine wirklich alternative Schulform zu eröffnen“. CDU-Schulexperte Henning Gröfke wiederum verwies darauf, dass das neue Schulangebot bestehende Schulen in Stadt und Landkreis gefährden werde. „Das muss den Eltern klar verdeutlicht werden“, forderte er.

Dezernent Markwardt versicherte, dass die Stadt das Angebot der Regelschulen – Haupt- und Realschule sowie Gymnasium – schon aus rechtlichen Gründen aufrecht erhalte. Er werde sich jetzt umgehend mit der Kreisverwaltung in Verbindung setzen: „Wir wollen den Landkreis nicht austrocknen“, versicherte er mit Blick auf die Entwicklung der Schullandschaft. Landrat Theodor Elster kündigte der AZ an, dass der Kreis organisatorische Unterstützung bei der Befragung der Eltern außerhalb der Stadt leisten werde.

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Von Marc Rath

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