Fahrplanwechsel ab August bringt Probleme mit sich / Verkehrsgesellschaft würde nachbessern

Eltern-Kritik am neuen Busnetz

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Haltestelle „Agentur für Arbeit“: Noch können die Schüler hier entspannt auf die Abfahrt der Busse warten. Nach der Umstellung auf den neuen Fahrplan blieben Schülern teilweise nur drei Minuten, um vom Lessing-Gymnasium hierher zu kommen.

Uelzen. Ein optimistischer Verkehrsplaner und kritische Fragen von Eltern – das war die Mischung bei einer Informationsveranstaltung am Montagabend zur Neuvergabe des Regionalbusverkehrs an die Haller Busbetrieb GmbH (DB-Heidebus) und zur Umstellung auf ein neu konzipiertes Buskonzept.

Nach eigenen Angaben stellt der Landkreis mit der Umstellung die Weichen für die Zukunft. Die neuen Fahrpläne, die ab dem 1. August in Kraft treten werden, sollen vor allem den veränderten Bedürfnissen der Schülerbeförderung Rechnung tragen. Frank Wiesner, Verkehrsplaner der Verkehrsgesellschaft Nord-Ost-Niedersachsen (VNO), präsentierte interessierten Eltern und Elternvertretern die Neuerungen in der Oberschule Uelzen und musste sich dabei auch kritischen Fragen stellen.

Das reformierte Netz soll künftig aus neun Hauptlinien und 27 Nebenlinien bestehen, wobei die neu konzipierten Rufbusfahrten, damit gemeint sind Linienverbindungen, die nur auf vorherige Anmeldung fahren (AZ berichtete), für mehr Bedarfsorientierung und Ökonomie sorgen sollen. Angefordert werden können diese entweder per Telefon oder via Smartphone und „wohin-Du-willst-App“.

Laut Wiesner gäbe es nun deutlich mehr Rückfahrten nach der achten Stunde, was den Belangen der Gymnasien und der KGS Bad Bevensen entgegenkäme, gute Anschlüsse zum Bahnverkehr sowie eine Grundversorgung sowohl an Schul- wie auch an Ferientagen, insgesamt 25 Orte würden zudem neu erschlossen. Außerdem sei der Fahrplan „schülerfreundlich“ überarbeitet, indem in vielen Fällen spätere Abfahrtzeiten dennoch ein pünktliches Erscheinen zum Schulbeginn garantieren. „Schüler aus fast allen Orten werden mit dem neuen Fahrplan im Linienverkehr zu den relevanten Schulanfangszeiten ihre Schulen erreichen und auch rechtzeitig wieder nach Hause gelangen“, gibt sich Frank Wiesner optimistisch.

Eine Aussage, die von einigen der rund 50 Eltern jedoch stark bezweifelt wurde. Sie bemängelten vor allem die enge Taktung der Abfahrtzeiten, teilweise hätten die Schüler nur ein Zeitfenster von drei Minuten, um beispielsweise die 500 Meter vom Lessing-Gymnasium entfernte Abfahrtsstelle an der Agentur für Arbeit zu erreichen. Ebenso in der Kritik: Nahezu zeitgleich abfahrende Anschlussbusse. Was passiert, wenn diese nicht warten, oder bereits so überfüllt sind, dass ein Zusteigen nicht mehr möglich ist?

Hier verwies Frank Wiesner auf den Busbetreiber, der ab dem 1. August im Hundertwasser-Bahnhof Uelzen ein eigenes Kundenbüro betreiben wird, um gezielt auf Wünsche und Fragen eingehen zu können. „Schließlich“, so Wiesner, „muss sich das alles auch erst einmal einspielen und beweisen. Wenn dann gravierende Mängel erkennbar werden, kann und wird auch nachgebessert werden.“

Von Oliver Huchthausen

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