In den Kindergärten wird über Ausflüge in den Wald diskutiert

Eltern fürchten den Wolf

Uelzen/Landkreis. Nachdem immer mehr Menschen Wölfe in der Region sichten, Reiter sogar von einem Rudel verfolgt worden sein sollen, ist an Kindergärten im Landkreis eine Diskussion darüber entbrannt, ob mit Kindern Ausflüge in die Wälder unternommen werden sollen.

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"Den Wölfen ihre Grenzen aufzeigen"

Wolfsgebiete ausweisen?

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Im DRK-Kindergarten in Westerweyhe sehen sich Mitarbeiter mit den Bedenken von Eltern konfrontiert, die befürchten, ihre Kinder könnten bei den Ende Mai geplanten Waldwochen auf Isegrim stoßen, wie die Leiterin Eveline Wojtysiak auf AZ-Anfrage bestätigt. Bei den Waldwochen, die zum pädagogischen Konzept von DRK-Kindergärten gehören und die vor allem im Frühjahr stattfinden, wird den Kindern die Natur bei Exkursionen in Gehölze nähergebracht. Wie Peter Vogt, Geschäftsbereichsleiter Kinder, Jugend, Familie und Soziales beim DRK-Kreisverband Uelzen, erläutert, sei für die DRK-Einrichtungen entschieden worden, es den Eltern freizustellen, ob ihre Kinder an den Waldwochen teilnehmen oder nicht. „Letztlich sind es nicht unsere Kinder. Die Eltern müssen entscheiden“, so Vogt.

Wolfsrudel marschiert am Trecker vorbei

Gebe es vereinzelte Fälle, in denen Kinder nicht teilnehmen sollen, könnten diese Mädchen oder Jungen in anderen Gruppen betreut werden. Sollte es in der Elternschaft große Bedenken geben und zu vielen Absagen kommen, könnten die Waldwochen auch ausfallen. „Wir handeln da flexibel“, sagt Vogt.

Die Waldwochen des DRK-Kindergartens in Westerweyhe sollen stattfinden, so Leiterin Eveline Wojtysiak. Jedoch sei die Elternbefragung noch nicht abgeschlossen.

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Das DRK unterhält mit 23 Einrichtungen die meisten Kindertagesstätten im Landkreis Uelzen. In Bad Bevensen, Ebstorf und Wrestedt bietet der Kreisverband auch Waldkindergarten-Gruppen an, in denen Mädchen und Jungen täglich in der freien Natur sind. Mit den Mitarbeitern der Einrichtungen, erklärt Peter Vogt, befinde sich das DRK im regelmäßigen Austausch, um die Situation einschätzen zu können. In drei Wochen sei mit dem Wolfsberater Theo Grüntjens und Vertretern der Kommunen auch ein Treffen geplant, um die Gefahrenlage zu erörtern.

Im Bienenbütteler Waldkindergarten, der von einem Verein getragen wird, betreuen zwei Erzieher 15 Kinder. Unter den Eltern gebe es alle Positionen zum Wolf, so Erzieher Norbert Adick. Da allerdings der Kindergarten nicht im Kerngebiet des Wolfes liege, sehe er derzeit keinen Handlungsbedarf. Wenn abzusehen sei, dass sich an der Lage etwas ändere, werde reagiert.

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Von Norman Reuter

 

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