Elster sieht Chance auf Finanzhilfe

Uelzens Landrat Theodor Elster ist zuversichtlich, dass das Land bis zu 75 Prozent der aufgelaufenen Kassenkredite des Kreises Uelzen tilgen wird.

Uelzen/Landkreis - Von Bernd Schossadowski. Die ersten Gespräche zwischen dem niedersächsischen Innenministerium und der Uelzener Kreisverwaltung über eine Entschuldungshilfe im Rahmen des Zukunftsvertrages waren offenbar vielversprechend. Denn Landrat Theodor Elster ist zuversichtlich, dass das Land bis zu 75 Prozent der aufgelaufenen Kassenkredite des Kreises Uelzen übernimmt – und zwar ohne dass dieser mit anderen Partnern fusioniert. „Ich bin sehr guter Hoffnung, dass wir den Zukunftsvertrag abschließen werden“, sagte Elster jetzt im Rahmen seines Rückblicks auf das Jahr 2010.

Sollte das Land tatsächlich 75 Prozent der Kassenkredite tilgen, würde sich die Schuldenlast des Kreises von rund 80 auf 60 Millionen Euro verringern. „Dafür bestehen gute Chancen“, meint Elster. Als Gegenleistung müsse der Kreis Uelzen aber weitere eigene Einsparungen erbringen. Harte Einschnitte im Haushalt seien dann erforderlich, erklärte der Landrat, ohne Details zu nennen.

Der Kreis Uelzen beschreitet den Weg zum möglichen Abschluss des Zukunftvertrages ohne Partner, denn der Nachbarkreis Lüchow-Dannenberg „wünscht derzeit keine Fusion“, so Elster. Erste Haushaltszahlen hat er dem niedersächsischen Innenministerium bereits vorgelegt, „nun sind noch Nacharbeiten zu leisten.“ 2011 seien weitere Gespräche mit dem Land vorgesehen.

Doch auch nach einer weitgehenden Übernahme der Kassenkredite durch das Land hätte der Kreis Uelzen noch immer ein erhebliches Defizit in seinem Etat. Elster hält es jedoch für möglich, „dass wir in zwei bis drei Jahren im laufenden Haushalt eine schwarze Null schreiben könnten“.

Elster hofft auch noch auf eine weitere Finanzspritze seitens des Landes. Wie in den drei zurückliegenden Jahren möchte der Kreis Uelzen wieder eine Bedarfszuweisung erhalten. „Wir werden für 2011 mit Sicherheit wieder eine beantragen“, kündigt Elster an. Zwischen 2008 und 2010 hatte das Land dem Kreis bereits drei Bedarfszuweisungen in Gesamthöhe von 9,5 Millionen Euro gewährt (AZ berichtete).

Diese Mittel hätten dazu beigetragen, dass das Minus im Kreishaushalt nicht größer geworden sei, erläutert Elster. Im Gegenzug musste der Landkreis jedoch seine Ausgaben im Etat dauerhaft kürzen. Das wäre auch die Voraussetzung für eine weitere Bedarfszuweisung im nächsten Jahr. „Wir werden uns dann wieder etwas einfallen lassen“, kündigt Elster an.

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