Einstimmiges Ja für Nowak

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Nicht nur die Mitglieder, auch der neu gewählte Vorstand des Grünen-Kreisverbandes unterstützt den unabhängigen Landratskandidaten Raimund Nowak (unten rechts).

Uelzen/Landkreis. In seiner Wahlkampagne setzt er auf die Farbe Gold (AZ berichtete), jetzt ist ihm auch der Rückhalt von Grün sicher: Der Uelzener Kreisverband der Grünen unterstützt die unabhängige Landratskandidatur von Raimund Nowak.

Einstimmig hat sich die Mitgliederversammlung der Partei am Donnerstagabend für den 55-Jährigen ausgesprochen. Dieser stößt auf immer mehr Resonanz im Kreis Uelzen: Ihm liegen nach eigenen Worten inzwischen mehr als 500 Unterschriften von Unterstützern vor – und zwar „aus allen politischen Lagern“, wie Nowak betonte.

Er erläuterte den etwa 40 Anwesenden auf der Versammlung, wie er das Amt das Landrates ausfüllen würde, sollte er am 11. September gewählt werden. „Es ist keine Verwaltungsaufgabe, sondern eine Aufgabe, den Kreis politisch nach außen zu vertreten und Menschen für politische Ziele zu aktivieren“, sagte Nowak und bezeichnete seine Kandidatur als „quer zu den politischen Lagern“.

Die Bewerbung dürfe nicht aus „schnöder Parteitaktik“ erfolgen, richtete er einen Seitenhieb gegen die Kreis-SPD. Diese wolle mit Jürgen Krumböhmer unter allen Umständen einen eigenen Landratskandidaten stellen. Den Sozialdemokraten gehe es nicht um den Kreis Uelzen, „sondern um den Zusammenhalt der eigenen Partei“, sagte Nowak. Doch eine Landrats-Kandidatur sei umso besser, je unabhängiger sie sei. Der Landkreis brauche keinen Bewerber, der sich vorrangig als Chef der Kreisverwaltung betrachte, betonte Nowak. Stattdessen sei unter anderem Ausstrahlung gefragt, um die Aufmerksamkeit von außen stärker auf den Kreis Uelzen zu richten.

Eine klare Absage erteilte Nowak einer Verwaltungsfusion, bei der der Kreis Uelzen aufgeteilt würde oder seinen Kreissitz zum Beispiel an Lüneburg verlöre. „Das wäre für unseren Raum eine enorme Schwächung, dann wären wir die Verlierer der Fusion“, warnte er. Daher sei es wichtig, „aufzuzeigen, wie man eine intelligente Eigenständigkeit unterhalb der Fusionsebene erhalten kann“.

Ein ebenso deutliches Nein äußerte Nowak zum geplanten Bau der Autobahn 39. Diese sei für ihn nicht das richtige verkehrspolitische Konzept. Im Übrigen ist er „ziemlich sicher, dass man die A 39 aus finanziellen Gründen nie bauen wird“.

Zudem wurde auf der Versammlung der Vorstand des Kreisverbandes neu gewählt. Mit großer Mehrheit bestätigten die Mitglieder die beiden gleichberechtigten Vorsitzenden Vicky Koke und Hans-Hermann Hoff in ihren Ämtern. Neue Schatzmeisterin ist Monika Hanke. Sie folgt auf Simone Stolzenbach, die zur Geschäftsführerin des Kreisverbandes gewählt wurde. Als Beisitzer fungieren Martin Feller und Jens Mosch.

Die nächsten Monate stehen bei den Grünen im Zeichen der Kandidatensuche für die politischen Gremien in den Kommunen. Die Aufstellung der Wahllisten erfolgt auf einer Versammlung am 25. Juni. Nicht auf der Liste der Grünen kandidieren wird jedoch Annette Niemann. Sie arbeite zwar als Vertreterin der Wählergemeinschaft „Keine A 39“ erfolgreich mit den Grünen in einer Kreistagsgruppe zusammen. Weil „Keine A 39“ bei der Kommunalwahl aber wieder antreten werde, wolle sie auch für diese Wählergemeinschaft kandidieren, erklärte Niemann.

Von Bernd Schossadowski

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