Einschnitte bei Schulen

Bis zu 40 Prozent weniger Schüler gibt es in den nächsten 20 Jahren im Landkreis.

Uelzen/Landkreis - Von Marc Rath. Ein drastischer Rückgang der Schülerzahlen wird in diesem Jahrzehnt zu einer deutlichen Reduzierung der Schulstandorte im Kreis Uelzen führen. Das prognostiziert das vom Landkreis in Auftrag gegebene Gutachten zur Schulentwicklung. Die 238 Seiten umfassende Expertise der Projektgruppe Bildung und Region ist in dieser Woche der Kreispolitik übergeben worden.

Die Gutachter Hubertus Schober und Wolf Krämer-Mandeau zeigen darin auf, dass ein Grundschuljahrgang im Kreis von derzeit im Schnitt 893 Kindern zum Schuljahr 2015/16 um 15 Prozent auf 711 sinkt und im Schuljahr 2021/22 mit 633 Kindern um 29 Prozent unter dem derzeitigen Stand liegen wird. Statt 37 Klassen eines Jahrgangs gibt es dann nur noch 26 .

Noch krasser verläuft diese Entwicklung bei den weiterführenden Schulen. Hauptschulen, Realschulen und Gymnasien im Kreis werden derzeit von 6107 Schülern besucht. Im Schuljahr 2015/16 werden es 4489 und im Schuljahr 2021/22 nur noch 3548 Schüler sein – ein Minus von 42 Prozent.

Die Schülerzahlen symbolisieren die künftige demografische Entwicklung in Uelzen. Nach den Erhebungen der Projektgruppe sinkt die Einwohnerzahl des Landkreises von derzeit rund 94 000 in den nächsten zehn Jahren um fast zehn Prozent und wird 2028 bei etwas über 76 000 Einwohnern liegen.

Unter diesen Bedingungen halten die Gutachter fünf der 23 Grundschulstandorte im Kreis nicht für überlebensfähig. Sie empfehlen die Aufgabe der Schulen in Molzen, Gerdau, Lüder und Soltendieck. Die Haupt- und Realschulstandorte Suderburg und Rosche seien ebenfalls nicht mehr tragfähig. Allenfalls als Außenstellen könnte ein „eingeschränktes wohnortnahes Sekundarschulangebot“ in den Jahrgangsstufen 5 bis 7 möglich sein. Für Ebstorf, Bad Bodenteich und in Uelzen an zwei Standorten empfehlen sie ein zusammengefasstes Haupt- und Realschulangebot.

Die beiden Uelzener Gymnasien und die Kooperative Gesamtschule in Bad Bevensen bleiben unangetastet. Hier entspanne sich die räumliche Situation, heißt es in der Studie.

Ausgehend von den Ergebnissen der Elternbefragung an den Grundschulen empfiehlt die Projektgruppe die Einrichtung einer Integrativen Gesamtschule (IGS) in der Uelzener Theodor-Heuss-Realschule. Eine IGS würde indes das endgültige Aus für Unterstufenangebote in Rosche und Suderburg bedeuten, prognostizieren sie.

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