Appell an Firmen: Mitarbeiter in Wehren sollten freigestellt werden

Einsatzflut: Chefs müssen mitziehen

Uelzen/Landkreis. Als „Niklas“ wütete, wurden an einem Tag allein mehr als 70 Alarmierungen gezählt.

Brände und zahlreiche Verkehrsunfälle erforderten zudem in den vergangenen Wochen den Einsatz von Feuerwehrmännern im Landkreis – immer wieder schrillten die Sirenen während der Arbeitszeiten. Ende März habe die Uelzener Wehr binnen sechs Tagen zehn Einsätze gefahren, acht während der Kernarbeitszeit zwischen 8 und 18 Uhr, so Ortsbrandmeister Reiner Seidel. Arbeitgeber hätten die Einsatzkräfte dafür immer wieder freigestellt. Aber Seidel weiß auch, dass es heutzutage nicht mehr selbstverständlich ist, dass Mitarbeiter das Werk verlassen können. „Den Unternehmen werden die Löhne erstattet, aber nicht Einbußen durch Betriebsausfälle“, so Seidel.

Mit einem dringenden Appell hat sich vor diesem Hintergrund der neue Regierungsbrandmeister Dieter Ruschenbusch nun auch an Unternehmer aus dem Landkreis gewandt, um sie für dieses Thema zu sensibilisieren. Als Arbeitgeber hätten sie eine gesellschaftliche Verantwortung, so Ruschenbusch bei einem vom Landkreis initiierten Unternehmerfrühstück. Die Verantwortung werde umso größer angesichts der Tatsache, dass die Mitgliedszahlen in den Feuerwehren seit Jahren beständig abnehmen würden. Derzeit gebe es noch rund 4000 Brandschützer im Landkreis, im Jahr 2030 würden es nach Prognosen noch 2400 sein. Von echter Betroffenheit bei den Unternehmern berichtet Ruschenbusch. „Es war wohl ein Schock“, sagt der Regierungsbrandmeister. Die Unternehmer hätten deutlich gemacht, dass etwas passieren müsse, um den Mitgliederschwund abzubremsen. Ein Schritt in diese Richtung soll mit einer wissenschaftlichen Arbeit zu Möglichkeiten, wie Wehren neue Mitglieder gewinnen können, gegangen werden, kündigt Ruschenbusch an. Sie soll an der Ostfalia-Hochschule entstehen.

Von Norman Reuter

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