Polizei-Inspektion informiert mit realistischen Simulationen über ihre Arbeit

Im „Einsatz“ für den Nachwuchs

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Besucher der Berufsinformationstage in Lüneburg konnten Spuren sichern. Sie erfuhren, wie die Hundestaffel arbeitet, und konnten sich zudem bei realitätsnahen Simulationen einen Eindruck von der Polizeiarbeit verschaffen.

Lüneburg. Großeinsatz der Polizei gegen Demonstranten in der Lüneburger City: Als eine Gruppe teilweiser vermummter und bewaffneter Protestler nach der Auflösung ihrer Sitzblockade in der Fahrzeughalle der Polizei-Inspektion Auf der Hude um 14.36 Uhr zum Angriff auf die Beamten übergeht, setzt die herbeigerufene Einsatzhundertschaft nach einigem chaotischen Handgemenge Reizgas ein.

Erst als sich auf den Gesichtern der Angreifer beim Zurückweichen statt Tränen ein breites Grinsen breit macht, wird klar: Es war alles nur ein „Spiel“. Oder besser gesagt: eine realitätsnahe Simulation dessen, was Polizisten bei der alltäglichen Arbeit erwartet.

„Wir wollten einmal eine Berufsberatung ganz anderer Art anbieten, uns nicht nur auf den üblichen Messen zeigen, wo man ausschließlich Gespräche führen kann, sondern unsere Arbeit einmal möglichst vielfältig und praxisnah präsentieren“, fasst Christian Runne vom Organisationsteam das landesweit innovative Konzept der beiden Berufsinformationstage zusammen, bei denen die Polizei-Inspektion Lüneburg/Lüchow-Dannenberg/Uelzen am Wochenende Schüler, aber auch Quereinsteiger mit oder ohne deutscher Staatsbürgerschaft für den Beruf des Polizisten zu begeistern versuchte.

Und das Interesse war riesengroß: Insgesamt fast vierhundert Besucher beobachteten am Freitag und Sonnabend die Übungen der Hundertschaften, sicherten Spuren, gewannen Einblicke in die Schießausbildung oder nahmen am angebotenen Sportprogramm teil. Wie etwa die 18-jährige Jasmin Bonse, die sich nach ihrem Abschluss an der Berufsbildenden Schule III und einem Freiwilligen Sozialen Jahr für den gehobenen Dienst der Polizei bewerben will: „Ich finde die Arbeit spannend, weil es keine immer gleiche Routine, kein festgelegtes Skript für jeden einzelnen Tag gibt“, sagt die Wettkampfschwimmerin. Die „mega-abwechslungsreiche“ Arbeit schätzt auch Kommissarin Cornelia Dreher, die nach dem Abitur eigentlich Pharmazie studieren wollte, sich dann aber spontan für eine Ausbildung bei der Polizei entschieden hat: „Eigentlich bin ich zu dem Job wie die Jungfrau zum Kinde gekommen“, gesteht die 34-Jährige. „Ich hatte anfangs keine Vorstellung davon, was auf mich zukommt. Aber ich bin einfach kein Schreibtischmensch und würde mich heute immer wieder so entscheiden.“

Von Marcus Kieppe

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