Immer mehr Uelzener beteiligen sich am Stadtradeln / Ralf Schalk legte bisher 877 Kilometer zurück

Einmal die Welt umrundet

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Beim Startschuss der Aktion Stadtradeln Uelzen berichteten die Koordinatorin Laura Elger und Bürgermeister Jürgen Markwardt (2.v.r.) von 245 Teilnehmern. Inzwischen sind es 424 Uelzener, die einen Beitrag zum Klimaschutz leisten.

Uelzen. Gemeinsam haben sie bereits einmal die Welt umrundet: Seit Montag vergangener Woche radeln Uelzener für den Klimaschutz. Mehr als 36 000 zurückgelegte Kilometer sind so schon zusammengekommen. Und dabei wird es längst nicht bleiben.

Täglich schwingen sich immer mehr Bewohner des Stadtgebietes und aus den Ortsteilen Uelzens für das „Stadtradeln“ auf ihre Räder.

Beim Startschuss vor elf Tagen meldete die Hansestadt 245 Teilnehmer, inzwischen sind es 424. An Deutschlands größter Kampagne für Klimaschutz und die Radverkehrsförderung nimmt Uelzen zum ersten Mal teil. Bundesweit leisten fast 500 Kommunen einen Beitrag für ein „gutes Klima“. Wären die bisher erradelten 36 000 Kilometer in Uelzen mit Autos zurückgelegt worden, hätte dies circa 5000 Kilogramm Kohlendioxid freigesetzt.

Ob als Einzelkämpfer oder im Team, jeder Kilometer auf dem Rad zählt. Für das Stadtradeln in Uelzen haben sich 41 Teams gebildet. Über die Homepage lässt sich ablesen, wie welche Strecken die Teams zurücklegen. Das spornt an. So veröffentlicht beispielsweise Holdenstedts Bürgermeister, Hans-Jürgen Heuer, für das Team der Dorfgemeinschaft regelmäßig Zwischenstände im sozialen Netzwerk Facebook und ruft weitere Holdenstedter auf, sich an der Aktion zu beteiligen. Holdenstedt rangiert, Stand gestern, mit 1642 Kilometern auf Platz sieben in der Teamliste. An die Spitze haben sich Mitarbeiter des Uelzener Nordzuckerwerkes mit 4573 Kilometern gesetzt. Allein 877 Kilometer hat davon in den vergangenen elf Tagen der Oldenstädter Ralf Schalk zurückgelegt. Bei Nordzucker ist er Elektromeister und Ausbildungsbetreuer, in seiner Freizeit passionierter Sportler. Das „Stadtradeln“ ist für ihn eine willkommene Gelegenheit: „Ich habe meiner Familie gesagt, dass sie mich bis zum Ende der Aktion lediglich zu den Mahlzeiten erwarten darf“, sagt Schalk im AZ-Gespräch und lacht. Am vergangenen Wochenende ist er am Sonnabend von Oldenstadt nach Zernien, von dort nach Embsen und wieder zurückgeradelt. Bis zu fünf Stunden ist der 58-Jährige mit seinem Rad in diesen Tagen unterwegs, um Kilometer zu sammeln.

Karsten Scheele-Krogull kann vor Schalks Ergebnis nur den Hut ziehen. Für das Stadtradeln ging Uelzens Stadtbaurat die Wette ein, für drei Woche auf sein Auto zu verzichten. Der 56-Jährige spielte früher Fußball, Tennis und Golf. Für den Sport blieb wegen des Berufs kaum Zeit. Was als Ausgleich gedacht war, wurde zum Stress, erzählt Scheele-Krogull. So verabschiedete er sich vom Sport, um aber in Bewegung zu bleiben, legte er immer mehr Strecken mit dem Rad zurück. 100 Kilometer hat er bisher für das Stadtradeln sammeln können. Die Wette sei er gerne eingegangen, sagt er, und doch: Vergangenes Wochenende wurde ihm bewusst, was heißt auf Auto verzichten. Der Besuch des Bruders sei ausgefallen, weil die Strecke zu lang für eine Radtour gewesen sei, sagt Scheele-Krogull.

Von Norman Reuter

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