40 Einkaufswagen gefüllt

Der Bitte der Uelzer Tafel nach einer Spende kamen viele Einkäufer in diversen Supermärkten in Stadt und Landkreis Uelzen gerne nach.

Uelzen/Landkreis. Die Klientel derer, die abgaben, war die eines jeden Jahres. Die Argumente für Verweigerung ebenso. Trotzdem sind Freude und Überraschung riesig: Die dritte Weihnachtsaktion der „Uelzer Tafel“, die Aufforderung, „Eins mehr“ zu kaufen und für Bedürftige zu spenden, brachte ein überwältigendes Ergebnis. In acht Supermärkten (2009: sechs) standen elf ehrenamtliche Helfer und sammelten Lebensmittel, die am Ende 40 Einkaufswagen füllten (2009: 19). Dazu kamen 483 Euro Geldspenden. Die überwiegende Mehrzahl der Kunden war aufgeschlossen, viele bekannten, schon auf die Aktion gewartet zu haben und extra deshalb gekommen zu sein. Von Barbara Kaiser

Der junge Mann, der im Edeka-Markt in der St.-Viti-Straße Uelzen Konservendosen in den Korb der „Tafel“ legt, begründet es ganz einfach: „Ich bin so erzogen, dass man was abgibt, wenn man selbst hat.“ Er ist 25 Jahre alt und freut sich, als er dafür Anerkennung erhält.

Daneben sitzen drei Schüler des Herzog-Ernst-Gymnasiums, die „Tafel“-Aktion kann ihnen nicht entgangen sein. Eigentlich warten sie auf den Zug, sagen sie, aber draußen sei es so kalt. Die Erkundigung, ob die Armut im reichen Deutschland auch Thema in der Schule sei, erhält negativen Bescheid. Auf die Frage, ob sie sich Gedanken machten darüber, weil diese Fakten ja Gründe hätten, zucken sie die Schultern. Sie sind sehr höflich, sehr nett und offensichtlich wohl situiert.

Viele Kunden nahmen das Motto „Eins mehr“ nicht allzu wörtlich. Sie gaben mehr. Augenscheinlich ist wie so oft, dass die, die selber weniger haben, abzugeben bereit sind.

Der ältere Herr, er sei verwitwet und war selber Flüchtling mit ganz wenig Hab und Gut, sagt er, legt Pfefferkuchen in den Korb. Damals habe ihm zwar keiner geholfen, aber offenbar will er es nicht genauso machen.

Die „Uelzer Tafel“, eine von fast 900 in Deutschland, wird schöne Bescherung halten können zur Weihnachtsausgabe. Die findet am Sonnabend, 18. Dezember, ab 13 Uhr statt. Am Mittwoch, 22. Dezember, öffnet die „Tafel“ vorm Fest das letzte Mal. Am 25. Dezember und 1. Januar ist geschlossen.

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