Ideenwerkstatt für den Schnellenmarkt: Bürger wünschen sich kleine Läden in dem Viertel

Einkaufsmeile mit Erlebnisflair

Neues Leben für den Schnellenmarkt: Auf Einladung der Stadt brachten die Bürger jetzt ihre Ideen für die Umgestaltung des Quartiers ein. Die meisten Befürworter gab es dabei für den Vorschlag, die Einkaufsmöglichkeiten zu verbessern. Foto: Wendlandt

Uelzen. Eine Bonbon-Manufaktur, ein Honiggeschäft, ein Laden des Öko-Regio-Vereins, ein Fischgeschäft und ein Tagesbistro: Das sind einige der Vorschläge für die Aufwertung des Schnellenmarktviertels, die die Teilnehmer einer Ideenwerkstatt am Montagabend äußerten.

Etwa 20 Bürger beteiligten sich daran im DRK-Mehrgenerationenzentrum. Die Veranstaltung wurde von der Stadt Uelzen und der Lübecker Beratungsfirma CIMA moderiert.

„Die Vorschläge haben eine gute bis sehr gute Qualität. Es ist einiges an neuen Ideen gekommen“, freute sich Michael Kopske, zuständiger Fachbereichsleiter bei der Stadt Uelzen. Drei Projekt-Ideen stellte die CIMA auf der Versammlung vor: Wohnen mit Qualität, die Aufwertung des Viertels für den Erlebnis-Einkauf sowie eine Gastronomie- und Kulturmeile. Die Mehrheit der Besucher sprach sich dafür aus, die Einkaufsmöglichkeiten am Schnellenmarkt zu verbessern. „Es geht aber nicht darum, weitere Filialisten zu gewinnen, sondern besondere, lokale Anbieter, die ein Alleinstellungsmerkmal haben“, betonte Kopske.

Ein weiterer Wunsch bei der Ideenbörse: Die Beleuchtung des Viertels soll verändert werden, um ihm eine ansprechendere Atmosphäre zu verleihen. Nicht zuletzt erhoffen sich die Bürger mehr Sauberkeit und weitere Sitzmöglichkeiten am Schnellenmarkt, „damit dort mehr Aufenthaltsqualität hineinkommt“, sagte Kopske.

Der zweitbeliebteste Vorschlag für die Umgestaltung war die Schaffung eines Kultur- und Gastronomiequartiers. Hier schlugen die Teilnehmer vor, die Hundertwasser-Tradition Uelzens aufzugreifen, zum Beispiel an den Häuserfassaden oder dem Schnellenbrunnen. Zudem könnten Ausstellungen lokaler Künstler und Kunsthandwerker – in Verbindung mit einer attraktiven Außengastronomie – das Viertel beleben.

Nur bei einer Minderheit der Teilnehmer fand die Idee Anklang, aus dem Schnellenmarkt ein qualitativ hochwertiges Wohnquartier zu machen. Die ungewöhnliche, individuelle Gestaltung von Wohnraum, die Schaffung hübscher Innenhöfe und der Ausbau von Dachterrassen waren einige der Vorschläge. Dabei müsse jedoch der Durchgangsverkehr in dem Viertel verringert werden, lautete der Appell an die Stadt.

Einig waren sich die Teilnehmer, dass das Thema Wasser als verbindendes Element für den Schnellenmarkt stärker herausgearbeitet werden muss. „Das ist die besondere Qualität des Viertels“, meinte Kopske mit Blick auf den markanten Brunnen und die direkte Anbindung an die Ilmenau.

Wichtig sei, die Anwohner für die Entwicklung des Viertels zu sensibilisieren, bekräftigte CIMA-Projektleiter Martin Kremming, der die Ideenwerkstatt mit seinem Kollegen Martin Hellriegel moderierte. „Ohne Modernisierungsmaßnahmen kann es nicht gehen“, hob Kremming die Bedeutung, die Bausubstanz zu verbessern, hervor.

Deshalb will die Stadt Anfang 2012 bei einer Anliegerversammlung mit den Wohneigentümern ins Gespräch kommen. „Wir wollen mit ihnen zusammen etwas entwickeln“, hofft Kopske auf die Bereitschaft der Anlieger, private Gelder für die Sanierung aufzubringen. Im Gegenzug will die Stadt Mittel für die Umgestaltung des öffentlichen Raums bereitstellen.

Von Bernd Schossadowski

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